Aktion "Familien gegen Killerspiele"

Wachschutz für Angehörige von Amoklauf-Opfern

Das nach dem Amoklauf in Winnenden gegründete Aktionsbündnis hat wegen einer an diesem Sonnabend geplanten Aktion gegen Killerspiele Dutzende von beleidigenden und ablehnenden E-Mails erhalten.

Bei der Aktion "Familien gegen Killerspiele" wird das Aktionsbündnis einen Container auf dem Platz vor der Staatsoper in Stuttgart aufstellen, in dem Material gesammelt und später vernichtet werden soll.

Vorstand Hardy Schober, der bei dem Amoklauf seine Tochter verloren hat, sagte: "Mit so viel Bosheit habe ich nicht gerechnet. Betroffene Hunde bellen." Er sieht die Verfasser der Mails in der Computerspiel-Lobby. Er überlege, sich für die Aktion einen privaten Sicherheitsdienst zu engagieren, weil es im Bündnis Bedenken wegen möglicher Übergriffe gebe. Es seien mehr als 200 ablehnende Mails eingegangen.

Bei dem Massaker am 11. März hatte ein 17-jähriger Schüler mit einer großkalibrigen Pistole in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen erschossen, bevor er sich selbst richtete. Das Aktionsbündnis wird wegen seines Engagements gegen großkalibrige Waffen und Ego-Shooter bereits seit seinem Bestehen angefeindet. Ende September gab es einen Hacker-Angriff auf die Homepage der Vereinigung.

Unterdessen fließen die Gelder für den Grundstock der Stiftung "Gegen Gewalt an Schulen" sehr zäh. Bis zum 18. November will das Aktionsbündnis 50 000 Euro sammeln. Bislang seien 10 000 Euro angekommen und Zusagen für 20 000 Euro vorhanden. Schober hofft, die 50 000 Euro noch herbeischaffen zu können.