Bandenkrieg in Marseille: Fünf Tote in vier Tagen

Ein blutiger Bandenkrieg in Marseille hat seit Jahresbeginn zehn Menschen das Leben gekostet.

Marseille - Ein blutiger Bandenkrieg in Marseille hat seit Jahresbeginn zehn Menschen das Leben gekostet. Allein in der abgelaufenen Woche seien fünf Mitglieder der von Nordafrikanern beherrschten Bande von Farid Berrhama erschossen worden, berichtete die Polizei am Wochenende. Dabei gehe es vermutlich um Glücksspiele, Rauschgift und die Erpressung von Barbesitzern. Hinter den Morden wird eine korsische Bande vermutet. Berrhama trug den Spitznamen "der Röster", weil er mehrere Konkurrenten in Autos verbrannt haben soll. Die Ermordung des Korsen Roch Colombani, der am 23. März in seinem Geländewagen mit 60 Schüssen aus einer Kalaschnikow getötet wurde, habe Reaktionen ausgelöst. Alle Morde waren das Werk von Profis, bei denen kein Unbeteiligter zu Schaden kam. Am Dienstag wurden der 40jährige Berrhama und zwei seiner Leutnants in einer Bar erschossen. Acht bis zehn Killer fuhren in drei Autos vor und feuerten auf die Gangster, die gerade ein Fußball-Europacupspiel sahen. Zwei Tage später starb ein weiteres Bandenmitglied auf seinem Motorroller: Zwei Killer - darunter eine Frau - fuhren auf einem Motorroller im dichten Verkehr an den Mann heran und erschossen ihn. Am Freitag erwischte es schließlich Berrhamas Vertrauten Abderamid Rerbal im Auto. dpa