Kriminalität

Gangster stürmen Luxushotel in Rio de Janeiro

Eine schwer bewaffnete Gangsterbande hat in Rio de Janeiro auf der Flucht vor der Polizei ein Fünfsternehotel gestürmt und vorübergehend 35 Geiseln genommen. Unmittelbar zuvor war es zu einer heftigen Schießerei zwischen den zu einer Drogenbande gehörenden Kriminellen und der Polizei gekommen.

Dabei wurde eine Frau getötet. Die geschockten Geiseln wurden nach mehrstündigen Verhandlungen freigelassen. Die Täter gaben auf.

Es war gegen 8 Uhr morgens, als in der Nähe der Armensiedlung (Favela) Rocinha eine Polizeipatrouille auf einen etwa 60 Mann starken, schwer bewaffneten Trupp der in Rio berüchtigten Drogenbande Amigos dos Amigos (Freunde der Freunde) traf. Die Gruppe, der offensichtlich auch Frauen angehörten, war gerade auf dem Rückweg von einer nächtlichen Feier in einer Nachbar-Favela. Sofort begann eine Schießerei. Eine 41-jährige Frau kam ums Leben. Mehrere Polizisten wurden verletzt. Augenzeugen wollen die Explosion dreier Granaten gehört haben.

Die meisten Gangmitglieder suchten ihr Heil in der Flucht und rannten panisch zu Fuß davon. Zehn von ihnen stürmten in das Hotel "Intercontinental" in Rios Nobelstadtteil São Conrado, in dem insgesamt 800 Gäste logierten. Etwa 40 Prozent von ihnen sind Ausländer.

Die Bande nahm 35 Geiseln, darunter Hotelgäste sowie Angestellte, und sperrte sie in die Küche des Hotels ein. Nach etwa zwei Stunden sahen die Geiselnehmer offenbar die Hoffungslosigkeit ihrer Lage ein und ergaben sich. Von den Geiseln, darunter eine Italienerin, zwei Belgier und zwei Portugiesen, wurde niemand verletzt.