Gsell ging nach Tod des Ehemanns auf Männerjagd

Nürnberg - Im Betrugsprozess gegen Tatjana Gsell sind am Dienstag pikante Details bekannt geworden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hörte die Polizei am 19. April vergangenen Jahres ein Telefonat zwischen der 33-Jährigen und einem Münchner Eheanbahnungsinstitut mit. 23 Tage nach dem Tod ihres Ehemannes, des Schönheitschirurgen Franz Gsell, beauftragte die Glamour-Lady demnach die Partnervermittlung mit der Suche nach einem "älteren adäquaten Herrn". Gsell betonte, es habe sich jedoch niemand gemeldet. Ihr Anwalt Alexander Seifert bezeichnete den Vorfall als "peinlich, aber wahr". Gsell und ihr Jugendfreund, der Hofer Staatsanwalt Stefan M., sollen einen gescheiterten Versicherungsbetrug eingefädelt haben, bei dem ein 100 000 Euro teurer Mercedes verschoben werden sollte. Bei einem fingierten Überfall im Januar 2003 erlitt Gsells 76-jähriger Ehemann so starke Verletzungen, dass er wenige Wochen später an den Folgen starb. Gsell hatte den versuchten Versicherungsbetrug und das Vortäuschen einer Straftat gestanden. Ihr Mitangeklagter stritt hingegen alles ab. ddp