Familie

Unverheiratete Väter häufig ohne Sorgerecht

Weniger als die Hälfte der unverheirateten Eltern übt das Sorgerecht für ihre Kinder gemeinsam aus.

- In 54 Prozent der Fälle habe die Mutter das alleinige Sorgerecht, berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus" vorab unter Berufung auf eine Umfrage des Vereins "Väteraufbruch für Kinder". Demnach habe die Mehrheit der nicht verheirateten Väter bei wichtigen Entscheidungen, die ihr Kind betreffen, kein Mitspracherecht.

56 Prozent derjenigen, die nach der Geburt ihres Kindes das Thema Sorgerecht ignorieren, handelten aus Unwissenheit, schrieb das Blatt. 15 Prozent hielten die Klärung für unwichtig. 38 Prozent der Männer glaubten, die Mutter hätte sowieso nicht zugestimmt, und 24 Prozent sprächen das Thema gar nicht erst an, weil sie Beziehungsstress befürchteten. Für die Studie wurden den Angaben zufolge zwischen Januar 2007 und Mai 2008 mehr als 1000 Männer befragt.

Nach deutschem Recht müsse eine ledige Mutter ihr Einverständnis zum gemeinsamen Sorgerecht ausdrücklich erklären, schrieb das Blatt. Verweigere die Frau diese Zustimmung, entscheide allein sie über das Wohl des Kindes. Im Jahr 2003 habe das Bundesverfassungsgericht diese Regelung bestätigt, aber den Gesetzgeber beauftragt, die Entwicklung zu beobachten.

Der Verband "Väteraufbruch für Kinder" setzt sich nach eigenen Angaben für die Aufrechterhaltung der Beziehung der Kinder zu beiden Eltern nach einer Trennung ein und unterstützt Väter, die um Sorge- und Besuchsrecht kämpfen. Er fordert insbesondere eine Gleichstellung der Väter in Gesellschaft und Familienrecht.