Kriminalität

Bewaffnete Schläger überfallen Dorffest

Albtraum im Festzelt: Vier bewaffnete Schläger haben in Nordhessen 15 Menschen verletzt. Die Dorfbewohner von Bad Sooden-Allendorf saßen beim Erntedankfest im Zelt, als um 1.20 Uhr plötzlich vier schwarz gekleidete Männer hineinstürmten.

- Mit Teleskopschlagstöcken, Baseballschlägern und armlangen Holzlatten schlugen sie auf die Besucher ein, bevor sie nach wenigen Minuten wieder verschwanden. Zwei Opfer wurden so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Die Täter sollen nach Zeugenaussagen Bein- und Knieschoner sowie Arm- und Brustpanzer angelegt haben, bevor sie in das Festzelt stürmten. Polizeisprecher Reiner Lingner sprach von einem vorbereiteten Angriff. Die Hintergründe seien bislang völlig unklar. Die Angreifer hätten willkürlich auf jeden eingeschlagen, der sich im Festzelt befunden habe. "Die Menschen in dem Festzelt wurden von dem Angriff und dieser Brutalität völlig überrascht", sagte Lingner. Es habe keinen ersichtlichen Grund für die Schlägerei, etwa einen vorangegangenen Streit, gegeben. Auch zwischen den Opfern bestünde kein Zusammenhang. Immerhin seien die Männer nicht maskiert gewesen, was wertvolle Anhaltspunkte liefere. "Eine heiße Spur gibt es aber noch nicht", sagte Lingner. Offenbar seien sich die Täter sicher gewesen, dass sie nicht erkannt würden, stammten also offenbar nicht aus dem Ort selbst.

Nach ersten Hinweisen nutzten die Täter möglicherweise ein silberfarbenes Auto zur Flucht. Als die Polizei knapp zehn Minuten nach dem ersten Anruf am Tatort gewesen sei, seien die Angreifer schon weg gewesen. Nach Zeugenaussagen sollen die Täter südländisch ausgesehen haben. Sie seien zwischen 18 und 22 Jahre alt gewesen.

Derzeit prüft die Polizei Verbindungen zu zwei bisher ähnlichen Vorkommnissen bei Festen in der Region. Ein Zeuge meldete sich unter anderem bei der Tageszeitung "Hessische/Niedersächsische Allgemeine". Nach seiner Aussage sollen die Täter dort "mit ähnlichem Auftreten aufgetaucht" sein. Die Polizei geht bei dem Motiv für die Tat allerdings nicht von einem politischen Hintergrund aus. "Die Täter haben keine Parolen oder ähnliches geschrieen", sagte Lingner.

Das volkstümliche Erntedank- und Heimatfest wird seit 1858 jedes Jahr am dritten Wochenende im August gefeiert.