Nachgefragt: Wie sinnvoll ist die Grippe-Impfung?

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Eine Grippe (Influenza) sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Anders als ein grippaler Infekt kann sie schwere Komplikationen wie Lungenentzündung und Herzmuskelentzündung zur Folge haben und sogar tödlich verlaufen. Eine Impfung vor Beginn der Saison, also am besten im September oder Oktober, kann vor solchen schweren Verläufen schützen. Wer sich impfen lassen sollte und wie gut der Schutz ist, darüber sprach Ursula Stamm mit dem Berliner Facharzt für Allgemeinmedizin Frank Fechteler.

Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

Es gibt Empfehlungen der Ständigen Impfkommission für bestimmte Risikogruppen. Dazu gehören vor allem Ältere ab etwa 50 Jahren, Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und immunschwächenden Krankheiten und Behandlungen. Dazu gehören aber auch Menschen, die durch ihren Beruf mit vielen Personen in Kontakt kommen wie Lehrer, Busfahrer oder Krankenschwestern. Darüber hinaus kann man die Grippeimpfung aber auch allen anderen Erwachsenen empfehlen. Denn je weniger Menschen an Grippe erkranken, desto geringer wird das Risiko sich anzustecken.

Wie funktioniert die Impfung und wie zuverlässig schützt sie vor einer Erkrankung?

Die Grippeimpfung besteht aus abgeschwächten Grippeviren, deren Zusammensetzung regelmäßig verändert wird, weil sich auch das Virus von Jahr zu Jahr ändern kann. Durch die Impfung bilden sich Antikörper, die bei einer Infektion das Virus bekämpfen. Je nachdem wie gut der Impfstoff auf den tatsächlich in der Grippesaison von November bis April kursierenden Virus angepasst ist, besteht ein 60- bis 90-prozentiger Schutz vor einer Infektion. Auf jeden Fall verläuft die Erkrankung schwächer, wenn man gegen Influenza geimpft ist.

Wer sollte sich nicht impfen lassen?

Eigentlich nur Menschen bei denen bekannt ist, dass sie auf einen der Inhaltsstoffe der Impfung allergisch reagieren. Generell ist die Impfung sehr gut verträglich.

Wer sollte impfen und was kostet das?

Impfen sollte am besten der Hausarzt, nach einer gründlichen Untersuchung. Bei fieberhaften Infekten zum Beispiel ist eine Impfung nicht empfehlenswert und zu bestimmten anderen Impfungen sollte ein zeitlicher Abstand eingehalten werden. Für die Grippeschutzimpfung selbst ist keine Praxisgebühr fällig, für die ärztliche Untersuchung schon. Auf die sollte man aber nicht verzichten.