Kei Toume: "Das Lied der Lämmer"

Kei Toume: "Das Lied der Lämmer"; Tokyopop; 6,50 Euro. - Nein, ein Wolf im Schafspelz ist der Schüler Kazuna nicht. Von liebevollen Verwandten aufgezogen, steuert der Teenager auf den Schulabschluß zu und schlägt sich mit altersüblichen Problemen rum: Zukunftspläne, Mädchen, Pubertät. Doch dann trifft es ihn wie aus heiterem Himmel: Schreckliche Anfälle und ein immer stärker werdender Blutdurst quälen ihn. Als er seiner Schwester nach vielen Jahren Trennung wieder begegnet, erfährt er die Wahrheit. Eine Erbkrankheit lastet seit Generationen auf seiner Familie. Toumes Vampire schlafen nicht in Grüften, tragen keine wallenden Gewänder und verwandeln sich nicht in Fledermäuse. Das Lied der Lämmer sucht einen ganz anderen Zugang, das Unheimliche bricht nicht von außen in den Alltag eines Jugendlichen ein, sondern kommt aus seinem Inneren. Und so sehr er es auch versucht, er kann ihm nicht entkommen. Kei Toumes Erzählstil ist kühl und distanziert, die Bildsprache zurückhaltend. Ein gelungener Mix aus Spannung, Melancholie und einem Hauch von Horror.

isa