Nachgefragt: Muskelkater - was tun?

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Sport bedeutet nicht unbedingt Mord, aber häufig: Muskelkater. Anke Nolte sprach mit dem Muskelexperten Professor Hans-Joachim Appell von der Deutschen Sporthochschule Köln - damit Sie sich auch nach dem Training noch bewegen können.

Wie entsteht Muskelkater?

Muskelkater bedeutet, daß die Muskeln einer sportlichen Beanspruchung nicht gewachsen waren, Sie also zu viel trainiert haben. Durch die Überlastung entstehen kleinste Einrisse in den Muskelfasern, die zu einer Entzündung im Muskel führen. Das passiert hauptsächlich dann, wenn die Muskeln exzentrisch belastet werden, das heißt, die Muskeln arbeiten und werden gleichzeitig gedehnt, wie z.B. beim Bergablaufen oder bei Kniebeugen. Die frühere Theorie, daß Muskelkater durch einen Überschuß an Milchsäure im Muskel verursacht wird, gilt als überholt.

Kann man Muskelkater wegtrainieren?

Nein, das geht nicht. Man kann aber zum Beispiel Fahrrad fahren, dabei werden Sie nichts merken. Wenn Sie aber vom Rad absteigen, ist der Muskelkater wieder da. Möglicherweise helfen leichte Dehnübungen oder Spazierengehen. Dabei sollte man nicht bis an die Schmerzgrenze gehen.

Was kann man sonst noch tun?

Alles, was die Durchblutung und den Lymphfluß anregt, tut gut. Denn Blut und Lymphe entfernen Zelltrümmer und Entzündungsstoffe. Also warme Bäder, Saunagänge oder milde Streichmassagen können den Muskelkater mildern.

Wann und wie sollte man wieder mit dem Sport anfangen?

Man sollte die Muskeln schonen, bis sie nicht mehr schmerzen. Eine positive Nachricht: Durch einen Muskelkater machen die Muskeln eine Verjüngungskur durch. Alte Fasern sind kaputt gegangen, neue und widerstandsfähigere sind nachgewachsen. Das heißt, bei gleicher Belastung hat man nach einer Woche weniger Muskelkater. Das soll aber nicht dazu auffordern, sich gleich wieder zu überlasten. Das Training sollte man langsam steigern. Und das Aufwärmen nicht vergessen!