Berlin geht ein Stern verloren im „Pauly Saal“

Zwei Jahre hat Michael Höpfl in der Küche des „Pauly Saal“ gewirkt. Nach nur sieben Monaten hatte er dort den Michelin-Stern für das Haus von Boris Radczun und Stephan Landwehr erkocht, im November 2013.

Die Aufregung um seinen Vorgänger Siegfried Danler und dessen schnellen Abgang nur ein Jahr nach der Eröffnung schien gelegt. Nun hat der 30-Jährige das Restaurant in der ehemaligen Jüdischen Mädchenschule an der Auguststraße in Mitte verlassen. Oder auch: verlassen müssen.

Er habe das Haus „entscheidend mitgeprägt“ und gehe nun „nach eigener Entscheidung neue Wege“, heißt es aus dem „Pauly Saal“. Für eine persönliche Stellungnahme war Höpfl am Donnerstag nicht zu erreichen. Wie schon bei Michael Hoffmann und Stefan Hartmann im vergangenen Jahr und bei Thomas Kammeier aus dem „Hugos“ im Juni dieses Jahres bedeutet sein Weggang den Verlust des Sterns. Dieser verbleibt nach Michelin-Regularien jedoch im jeweiligen Haus und kann vom Nachfolger neu bestätigt werden. Im „Pauly Saal“ darf diese Aufgabe Arne Anker übernehmen. Der 29-Jährige hat nach Stationen wie dem Sternerestaurant „first floor“ im „Hotel Palace Berlin“ und dem Drei-Sterne-Restaurant „Oud Sluis“ in den Niederlanden zuletzt bei Sternekoch Sergio Herman als Souschef im „The Jane“ in Antwerpen gearbeitet.

Ankers Schwerpunkt in Berlin soll auf regionaler Küche, wie schon bei Höpfl geboten, bestehen bleiben. Zusätzlich solle es jedoch auch verstärkt vegetarische Gerichte und Zusatzgerichte zum Vier-, Sechs- oder Acht-Gänge-Menü geben. „Arne Anker und die Betreiber des ‚Pauly Saals‘ möchten das hohe Niveau der Küche weiter steigern“, heißt es. Ein Seitenhieb auf Michael Höpfl – und ein Rückschluss auf seine tatsächlich vorhandenen Möglichkeiten, seinen Weggang selbst beeinflussen zu können.