Szene

Legenden der Modelandschaft

Im „Cinema Paris“ in Charlottenburg feiert am Mittwoch der Film „Dior und ich“ mit prominenten Gästen Premiere

Raf Simons gesteht heute, er habe begonnen, die Memoiren des legendären Designers Christian Dior zu lesen – und musste aufhören, weil ihm die Parallelen zu ihm selbst zu unheimlich waren. „Das war wirklich bizarr“, sagt er. Und offenbar auch eine gute Voraussetzung für eine Dokumentation über ihn, den neuen Chefdesigner des Hauses Dior in Paris. Der französische Regisseur Frédéric Tcheng, der in New York lebt, hat sich dieses Projekts 2012 angenommen. Jetzt startet der Film „Dior und ich“ in Deutschland am 25. Juni, Premiere hatte er am gestrigen Mittwochabend im „Cinema Paris“ am Kudamm.

Nicht entgehen ließen sich die erste Vorführung unter anderen die Schauspieler Emily Cox, Julia Dietze und Bibiana Beglau. Auch Frédéric Tcheng, der für Drehbuch, Produktion und Regie verantwortlich ist, besuchte die Premiere, ebenso die Berliner Hutmacherin Fiona Bennettund Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel. Schauspielerin Natalia Avelon besitzt sehr viel Kosmetik von Dior, wie sie sagte. „Und meinen Lieblingsduft ‚Miss Dior‘. Eine Dior-Tasche ist so ein Klassiker, die hätte ich gerne noch.“ Sie habe den Werdegang von Raf Simons verfolgt. „Seine Geschichte finde ich extrem spannend“, sagte sie. Schauspieler Steffen Groth, der Lebensgefährtin Ana Große Halbuer mitbrachte, gestand, kein großer Designermode-Fan zu sein. „Ich finde es toll, wenn jemand gut angezogen ist“, sagte er. „Ich selbst mag Kleidung klassisch und zeitlos. Das Modehaus Christian Dior ist natürlich legendär.“

Frédéric Tcheng stammt aus Frankreich und lebt in New York. In der Modebranche ist er kein Unbekannter, vor allem dank der Dokumentationen „Valentino: The Last Emperor“ und „Diana Vreeland: The Eye Has to Travel“, an deren Entstehung er maßgeblich beteiligt war. Nun erscheint sein neuer Film unter dem Titel „Dior und ich“, ganz ähnlich dem Titel von Diors Memoiren „Christian Dior et moi“. Der Zuschauer erlebt, wie eine Kollektion entsteht, wie Manager, Handwerker und Künstler zusammenarbeiten. Das Filmteam begleitet den Belgier Simons von Beginn seiner Arbeit für das Unternehmen Dior an – als er im Atelier zum ersten Mal vorgestellt wird, als er seinem Team anscheinend unmöglich zu realisierende Entwürfe auferlegt, seine Ideen innerhalb von zwei Monaten Gestalt annehmen und schließlich bei der großen Show vorgeführt werden.

Aber vor allem geht es um seine Annäherung an den berühmten Vorgänger, der 1947 im Alter von 44 Jahren erste große Triumphe feierte und die Modewelt für immer veränderte. 1957 starb Dior. Simons hatte beschlossen, die Memoiren zunächst nicht weiterzulesen. „Bis die erste Kollektion abgeschlossen ist“, sagte er. Im Film ist das Ergebnis zu sehen.