Gastronomie

Pilze, Wein und Joker Jauch als Überraschungsgast

Ein Mal im Monat besuchen Leser des „Tip“ beim „Weinmahleins“ ein Hauptstadt-Restaurant.

Mit Überraschungsmenü – und am Mittwochabend ebenfalls mit Überraschungsgast. Der Macher der Weine persönlich war ins „Les Solistes by Pierre Gagnaire“ gekommen: Günther Jauch. Gemeinsam mit seiner Frau Thea Sihler-Jauch betreibt der Moderator das Weingut von Othegraven in Rheinland-Pfalz. Vor fünf Jahren hatte Jauch das eigentliche Erbstück der Familie in Kanzem an der Saar von Zwischenbesitzern zurückgekauft. Sein Großonkel Max hatte das Gut bewirtschaftet, Jauch dort glückliche Kindheitstage verbracht. „Aber Alkohol habe ich nicht angerührt, bis ich 30 war“, so Jauch. „Dann wurde ich in München sozialisiert, mit Hefebier.“

Geplant war am Mittwoch in Berlin ein Jauch-mit-Wein-Abend zum Thema Pilze. Der Maître und Sommelier des Hauses, Vedad Hadziabdic, freute sich, die Getränke dieses Mal nicht selbst ankündigen zu müssen. „Wieso sollte ich auch, wenn ich den Moderator schlechthin dafür im Haus habe?“, begrüßte Habziabdic rund 60 Gäste. Und dann stellte Jauch seine Weine selbst vor. Fragen an ihn in Bezug auf seine Talkshow-Kündigung bei der ARD zum Ende des Jahres – und ob er damit schon 2014 dem Sender gedroht haben soll – verbat er sich. „Dazu ist doch jetzt auch alles gesagt“, so Jauch. Redselig zeigte sich der Moderator an diesem Abend hingegen in Sachen Weinmarketing. „Meine Frau und ich haben seit der Übernahme des Guts gerüttelt an allem, dem Haus, der Werbung dafür – nur den Wein, den überlassen wir unserem Kellermeister“, so Jauch. Alle zwei Wochen versuche er, mit seiner Frau an die Saar zu fliegen. „Mit so ’ner alten Möhre fahren wir dann vom Flughafen dahin“, sagte Jauch. „Und ab kommendem Jahr habe ich ja auch endlich die Wochenenden frei, um runterzufliegen.“ Wie ihn die Winzer der Umgebung nennen? „JJ“, heißt es. „Joker Jauch ist wieder da.“