Feier

Klassentreffen der Filmbranche

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Tina Molin

Beim Produzentenfest an der Schwangeren Auster feiert das Who is Who aus Film und TV

Die Allianz der Produzenten war für ihr Sommerfest am Donnerstagabend wohl bei Petrus vorstellig geworden. Nachdem im vergangenen Jahr ihr Produzentenfest fast ins Wasser gefallen war, zeigte sich das Wetter von seiner allerbesten Seite. Bei 24 Grad und keinem Wölkchen am Himmel, hatten die Gäste ihre Regenschirme zu Hause gelassen und präsentierten sich stattdessen im luftigen Sommergewand auf dem blauen Teppich vor dem Haus der Kulturen der Welt. „Ich habe mich um das Wetter gekümmert“, sagte Joachim Krol. Vergangenes Jahr sei er nicht dabei gewesen, dafür könne er nichts, fügte er hinzu.

Beim Produzentenfest war auch im siebten Jahr die Promidichte pro Quadratmeter wieder höher als bei jedem Berlinale-Event. 800 Gäste genossen die laue Sommernacht, darunter Schauspielstars wie Hannelore Elsner, Nina Hoger, Christiane Neubauer, Anna Maria Mühe, Jutta Speidel und Sebastian Koch. Letzter steht gerade für „Homeland“ vor der Kamera. Die angesagte US-Fernsehserie wird derzeit mit Hauptdarstellerin Claire Danes in Berlin gedreht. „Ich wusste gar nichts von deren Plan, hier zu drehen“, erzählte Koch. Eigentlich spielt er auch gerade in einem anderen Film, doch zum Glück konnte er sich freischaufeln. „Die Arbeit ist toll, spannend und sehr energetisch“, sagte er. Und das Beste sei, dass er endlich mal wieder in seiner Heimat drehe.

Neben Schauspielern kamen natürlich auch sehr viele Produzenten. „Das ist ein toller Event“, sagte Alice Brauner. Sie müsse nicht Dutzende Termine in ganz Deutschland machen, sondern treffe alle wichtigen Leute hier. „Und weil die Stimmung so locker ist, kommen auch Geschäfte zustande.“

Für das Who is Who der deutschen Film- und Fernsehschaffenden war das Produzentenfest wieder wie ein großes Klassentreffen. „Hier trifft man Menschen, die man mag, und genießt den Sommerabend“, sagte Natalia Wörner. Hannelore Elsner war froh, dass sie nicht viel trinkt, „so kann ich mich besser an den Menschen erfreuen“. Zum ersten Mal war Christiane Paul dabei. „Die anderen haben so davon geschwärmt, deshalb bin ich froh, dass ich es nun geschafft habe.“ Die Schauspieler plauderten mit Intendanten und Produzenten über Ideen und künftige Filmprojekte. Trafen Kollegen wieder, mit denen sie vor langer Zeit einmal vor der Kamera gestanden haben, schwelgten in Wiedersehensfreude und Anekdoten. Die Geräuschkulisse am Ufer der Schwangeren Auster war enorm, so dass Kulturstaatsministerin Monika Grütters fast schreien musste bei ihrer Rede. Sie sprach über Geo-Blocking im Filmbusiness und wünschte sich mehr deutsche Beiträge in Cannes. „Wir brauchen Filme, die nicht nur die Kinokassen klingeln lassen, sondern auch zum Träumen anregen.“

Gastgeber des Abends war die Allianz der deutschen Produzenten, die für ihre 230 Mitglieder als Arbeitgeberverband fungiert und für die Branche ein gelungenes Fest ausgerichtet hat. „Den einzigen Fehler, den man heute machen kann, ist zu früh zu gehen“, sagte Schauspielerin Andrea Sawatzki – und verschwand wieder ganz rasch in der Menschenmenge.