Golfgeflüster

Kein Platz für Männer

Petra Götze über Handicaps und Häppchen

Wie nennen männliche Golfer einen Damen-Vierer? „Hühner-Flight“. Und der Damen-Abschlag ist die „Hühner-Rampe“. Betritt Frau also die Hühner-Rampe, nachdem die Herren „kilometerweit“ hinten abgeschlagen haben, wird das gern kommentiert mit Sätzen wie: „Da könnt Ihr ja gleich den Putter nehmen ...“ oder „Ist das der Kinder-Abschlag?“

Da spielt es sich zur Abwechslung geschlechtermäßig getrennt mal ganz entspannt. 86 Damen traten diese Woche zum Ladies Cup des Berlin Capital Club am Motzener See an. Und entgegen hartnäckiger Vorurteile kamen die „Hühner“ ganz ohne Zicken-Zoff über die Runde. Kritisch wurde es erst in den Umkleideräumen, als sich die Damen auf Handtuchbreite vor den Schränken drängelten und um einen der begehrten Plätze bei Friseurin Jana und ihrem Team kämpften. Zuvor wurde Scramble gespielt, mit der Auflage, von jeder Spielerin jeweils mindestens drei Abschläge zu nehmen. Strategie und Teamwork waren gefragt, eine Stärke der Frauen, wie Gastgeber Manfred Gugerel charmant feststellte. „Und dann immer gerade Schläge und immer auf dem Fairway, da muss man(n) einfach neidisch werden“, seufzte der Regionaldirektor des Capital Clubs, der mit kühlem Rosé Champagner dafür sorgte, dass die Schläge nicht ganz so gerade blieben. Passend dazu gab es die Sonderpreise für Abschläge „Nearest to the Bottle“ und „Nearest to the Line“.

Christine Larkin-Peter und Sabine Weiß gelangen diese Glücksschläge, die mit attraktiven Preisen belohnt wurden. Monika Porstmann von Bucherer spendierte ein Perlencollier, Designerin Viola Ballin ein Kleid aus ihrer Boutique in der Fasanenstraße. Ihre aktuelle Kollektion wurde nicht von Profi-Models, sondern von Golferinnen vorgeführt. „Ich mache Mode für erwachsene Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und nicht für magersüchtige Models“, so die Designerin. Denen hätte das Buffet mit Beelitzer Spargel, Kalbsfilet und gebratenen Jakobsmuscheln sicher auch nicht so gut geschmeckt.

Gewonnen haben vier Damen aus dem Golfclub Stolper Heide. Mit Handicaps zwischen 25 und 34 spielten sie zwei Schläge über Par. Erstaunliche Leistung, aber beim Scramble ist alles möglich, wenn frau sich gut versteht.