Interview

Peter Weck will nur noch ernsthafte Rollen spielen

Gütig, harmlos, lieb. Peter Weck hat in seinem Schauspielerleben viele Rollen mit wenig Ecken und Kanten verkörpert.

Legendär war er als Vorzeige-Papa in „Ich heirate eine Familie“. Der Tod seiner Frau war für ihn eine Zäsur – auch als Darsteller. Im Alter von 84 Jahren will Weck das Leichte nicht mehr. Den Anfang machte seine Rolle als Mörders im „Tatort“. Jetzt spielt er im fünften Teil der ZDF-Reihe „Engel der Gerechtigkeit“ (23. April, 20.15 Uhr) einen Mann, der seine klinisch tote Frau nicht sterben lassen will.

Berliner Morgenpost:

Was hat Sie veranlasst, die Rolle zu übernehmen? Ein Mann ignoriert die Patientenverfügung seiner Frau.

Ich verstehe, dass man so egoistisch sein kann und unbedingt den 50. Hochzeitstag erleben will. Meine Frau ist kurz vor dem 45. Hochzeitstag gestorben.

Nach dem Tod Ihrer Frau haben Sie zwei Jahre pausiert. Wie sehen Sie ihre Zukunft als Schauspieler?

Ich möchte ernsthafte Rollen mit hohem schauspielerischem Anspruch. Das ist der Tenor für die Zukunft. Wenn ich gefordert werde, dann mache ich das. Ich bin nicht mehr bereit, Belangloses im Film vor mich hinzuplaudern.

Welche Pläne haben Sie über die Schauspielerei hinaus?

Ich reise – zum Beispiel nach Namibia. Ich war auch in Südafrika. Freunde haben mir gesagt: „Fliege nach Kuba, bevor die Amerikaner das Land ändern.“ Vielleicht mache ich das. Istanbul würde mich reizen. Außerdem mache ich Lesungen. Oft artet das in Plauderei aus. Das mögen die Menschen. Mir ist meine Zeit kostbar.

Wie erleben Sie als wacher und kritischer Geist die aktuelle Weltlage?

Ich will oft keine Zeitung mehr lesen. Es ist eine Katastrophe. Diese Unsicherheit überall. Ich bin sprachlos über das Elend der Flüchtlinge und dankbarer denn je, dass ich eine Zeit erlebt habe, wo alles in geordneteren Bahnen lief.