Fernsehen

Chiara Schoras zwischen Kita-Traum und Mütter-Mafia

Ihre Figur ist Chiara Schoras wenig sympathisch.

„Nein. Mit Frauke würde ich kein Bierchen trinken gehen wollen. Bei uns gibt es absolut keine Überschneidungen“, sagt die 38-Jährige. Trotzdem habe sie sich über die Anfrage zur Fortsetzung von „Die Mütter-Mafia“ („Die Mütter-Mafia-Patin“, Sonntag, 20.15 Uhr, ZDF) gefreut. „Ich dachte ‚Ah, ich darf wieder eine Böse spielen‘. Das macht mir Spaß“, so die Schauspielerin. „Außerdem ist es immer super, mit Annette zu drehen.“ Schon als sie eine „böse“ Episodenrolle in „Danni Lowinski“ übernahm, hätten beide beim Dreh beschlossen, das in einem anderen Rahmen zu wiederholen.

Die Komödie dreht sich um Conny (Annette Frier), alleinerziehend und kurz vor der Scheidung. Sie ist verliebt in Anton (Roeland Wiesnekker), wird aber von dessen Mutter und Tochter gehasst. Chiara Schoras spielt Frauke, ursprünglich Anführerin der Kindergartenmüttergruppe im Dorf, die meist mit Erfolg die Fassade ihrer funktionierenden Familie aufrechterhält. In der Realität lebt die Hamburgerin mit ihrer 13-jährigen Tochter seit elf Jahren in Berlin – und seit Kurzem in Kreuzberg. „Zu Hause ist jetzt Berlin“, sagt sie. Zur Not sei die Elbe ja nur eine kurze Zugfahrt entfernt. Ihr gefalle der Graefekiez sehr, ebenso der Bergmannkiez, erzählt sie. „Und dass man hier am Wasser leben kann und zugleich eine tolle Auswahl an Cafés, Restaurants und Clubs hat. Ich mag jedes Gesicht von Kreuzberg“, sagt Schoras. Sie selbst habe tolle Erfahrungen gemacht mit Eltern in der Kita und in der Schule ihrer Tochter. „Ich kenne solches Konkurrenzdenken unter Eltern, wie es im Film vorkommt, nicht. Wir Eltern haben schon in der Kita Aufgaben verteilt, haben gekocht, vorgelesen, Förderkurse gegeben“, sagt sie. Und dadurch mitgemacht, wie die tägliche Kita-Erziehung über die Bühne ginge. Ihre eigene Tochter hat die Schauspielerin bewusst auf eine staatliche Schule gegeben. „Ich wollte, dass sie mit ganz normalen Kindern zur Schule geht, auch mal einen Lehrerstreik miterlebt – einfach mitbekommt, wie es in der Welt zugeht.“