Auszeichnung

„Eine Katastrophe, die man nicht in Worte fassen kann“

Im Gedenken an die Opfer von Flug 4U9525 wird am Donnerstag der Echo in Berlin verliehen

Bereits vor Betreten der Messe am Funkturm wurde deutlich, dass etwas anders ist. Die Flaggen, die vom Echo 2015 kündeten, wehten auf Halbmast. Der Absturz des Germanwings-Fluges 4U9525 am Dienstag mit 150 Toten ließ auch die Veranstalter des größten deutschen Musikpreises nicht unberührt. Absagen wollte man dennoch nicht, auch nicht nach den neuesten Erkenntnissen am Donnerstag.

Stattdessen hatte man sich entschieden, während der von Barbara Schöneberger moderierten Show, die live in der ARD übertragen wurde, eine Minute für die Opfer zu schweigen. Die Schriftzüge des Sponsors Germanwings, der seine Teilnahme abgesagt hatte, waren auf der Fotowand mit „4U9525 – In stiller Anteilnahme“ versehen worden. Nachdem die Show mit Kerzen auf der Bühne und einem stehend schweigenden Publikum begonnen hatte, folgte ein Tribut an Udo Jürgens. In Gedenken an den verstorbenen Musiker sangen Udo Lindenberg, Sarah Connor, Roger Cicero, Herbert Grönemeyer, Adel Tawil, Xavier Naidoo, Annett Louisan und Andreas Bourani „Ich weiß, was ich will“.

Die Herangehensweise der Veranstalter spiegelte die ambivalente Stimmung der Gäste angesichts des vorangegangenen Unglücks wider. „Natürlich habe ich heute Abend gemischte Gefühle“, sagte Herbert Grönemeyer, der sich über seinen Preis als „Künstler Rock/Pop“ nur gedämpft freuen wollte. „Das ist eine Katastrophe, die man nicht in Worte fassen kann“, fand Paddy Kelly. Matthias Rheim hätte den Echo lieber verschoben gewusst. „Das geht ja nicht einfach weg“, so der Sänger. Gekommen sei er trotzdem, „weil schon so viel vorbereitet war“.

Mit Auftritten von Ann Sophie, James Bay, Lindsey Stirling, Stefanie Heinzmann, Campino, Revolverheld sowie Meghan Trainor begrüßte die Deutsche Phonoakademie ein großes Staraufgebot. Zu den Preisträgern gehörten Helene Fischer in der Kategorie „Album des Jahres“, Andrea Berg als „Live-Act National“, Oonagh in der Kategorie „Künstlerin Rock/Pop National“ und The Common Linnets als „Newcomer International“. Udo Lindenberg wurde mit dem Echo für soziales Engagement ausgezeichnet. Der Echo in der Kategorie Lebenswerk ging an Nana Mouskouri.