Interview

„Klar ist es besser, wenn man 40 wiegt“

Heute Abend findet die Echo-Verleihung in Berlin statt. Ein Gespräch mit Barbara Schöneberger

Nach zwei Jahren Helene Fischer darf Barbara Schöneberger. Zum dritten Mal moderiert die Wahlberlinerin am Abend die Echo-Verleihung. Im Interview verrät sie, warum sie sich nicht wie ihre Kollegin von der Decke abseilen wird, bei welcher Gelegenheit sich Morten Harket ihre Wimperntusche borgte und warum sie Taylor Swift gern einmal kneifen würde.

Berliner Morgenpost:

Sie haben den Echo zuletzt mit Oliver Pocher und Ina Müller moderiert. Stehen Sie lieber alleine auf der Bühne?

Barbara Schöneberger:

Ich fand es toll mit Moderationspartnern. Vor allem mit Ina, weil sie super ist. Aber zu moderieren ist viel einfacher, wenn man es alleine macht. Weil man sein eigenes Timing am besten kennt und weiß, wie man Dinge machen will. Wenn man zu zweit ist und nicht seit Jahren aufeinander eingespielt ist und genau weiß, wie der andere tickt, dann ist das schon schwer. Mit Oli Pocher war es wüst. Er spricht Sachen vorher ab, und dann macht er trotzdem, was er will. Da steht man dann ein bisschen daneben wie die Assistentin, die den Fuß nicht mehr richtig in die Tür kriegt. Also ich freue mich, dass ich es jetzt alleine mache.

Haben Sie sich die Moderationen von Helene Fischer beim Echo in den vergangenen zwei Jahren angeschaut?

Ich gucke mir noch nicht mal meine eigenen Moderationen an, deshalb habe ich auch diese nicht gesehen. Aber ich bin mir sicher, ich hätte es toll gefunden. Ich sehe sie wahnsinnig gerne und hoffe jedes Mal, dass sie sich umzieht. Um Helene Fischer habe ich keine Angst, das entspannt als Zuschauer ungemein. Bei ihr weiß man, dass sie es perfekt machen wird. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man als Zuschauer denkt: „Oh Gott, jetzt ist sie aufgeregt, oh, jetzt hat sie den Text vergessen, und jetzt muss sie husten.“

Helene Fischer seilt sich in Shows gern mal von der Decke ab. Setzt Sie das unter Druck?

Ich habe mehrfach signalisiert, dass ich dazu auch bereit wäre, aber offenbar hat man nicht die richtigen Seile gefunden. Soweit ich weiß, steht das bisher nicht im Regiebuch. Ich werde nicht von der Decke kommen. Schade. Ich hätte alles angeboten.

Nehmen Sie sich Kritik noch zu Herzen? Vor allem, was Äußerlichkeiten angeht?

Die Outfitfrage ist immer wahnsinnig schwierig. Ich finde es immer sehr schwer, etwas zu finden, was nicht nur in der Garderobe, sondern auch auf der Leinwand schön aussieht. Das ist immer wieder eine Herausforderung, der ich nicht immer gewachsen bin. Natürlich ärgert es mich, wenn dann am nächsten Tag geschrieben wird, das sah nicht gut aus. Aber ich kann mich davon recht schnell frei machen. Es ist einfach besser im Fernsehen, wenn man 1,55 Meter groß ist und 40 Kilo wiegt.

Beim ESC-Vorentscheid wurden Sie von Andreas Kümmert und seiner Entscheidung überrascht. Was wäre das Schlimmste, was Ihnen beim Echo passieren kann?

Das Schlimmste, was einem passieren kann, ist, dass man von der Bühne fällt oder ähnliches. Ich habe eigentlich keine Angst vor spontanen Zwischenfällen. Das ist doch das Schönste in einer Livesendung. Ich finde es viel schlimmer, wenn alles so ist, wie es geplant war. Das ist meist der Tod jeder lustigen Sendung.

Gibt es beim Echo einen Gast, auf den Sie sich besonders freuen, bei dem Sie vielleicht selbst ein bisschen aufgeregt sind?

Ich finde es immer toll, Leute aus den USA zu sehen, weil die immer noch ein bisschen professioneller sind. Ich habe auf einer Veranstaltung mal Taylor Swift getroffen. Da möchte man hingehen und sie zwicken, weil man nicht fassen kann, dass es ein Mensch ist. Da ist einfach alles perfekt. Sie ist geschminkt wie eine Puppe. Und die dünnen Beinchen, da möchte man doch anfassen, um zu gucken, ob da Blut fließt. Das finde ich toll. Aber es gibt keine Leute, bei denen ich in Ohnmacht falle, weil ich sie sehe. Aber bei diesem Echo kommt eine Band, die hing tatsächlich früher als Poster in meinem Zimmer. Das waren A-ha. Aber ich sehe diese Bands ja mittlerweile häufiger, weil sie ab und zu bei Veranstaltungen Privatkonzerte geben. Einmal hat sich Morten Harket sogar meine Wimperntusche ausgeliehen.