Nachgefragt bei

Roel Lintermans

Alexandra Kilian ruft an. Heute: den „Berliner Meisterkoch 2014“, Sternekoch Roel Lintermans aus dem „Les Solistes by Pierre Gagnaire“.

Wo sind Sie gerade?

Ich sitze in meinem Büro, auf der Arbeit.

Krawatte – oder Kochjacke?

In der Kochjacke, natürlich. Immer.

Was gibt es heute Abend?

Normales Geschäft. Wir sind dabei, unsere erste Frühlingsware einzusetzen. Bärlauch, grünen Spargel. Eine besondere Veranstaltung findet heute im Bankett statt.

Welche prominenten Gäste waren denn besonders bislang?

Wir hatten schon verschiedene, viele drehen in Babelsberg und kommen dann vorbei. Schauspieler Tommy Lee Jones war gerade da, auch Startenor Placido Domingo. Dieser ist jedes Mal hier, wenn er auf Tournee geht.

Und die außergewöhnlichsten Wünsche?

Da gab es keine außergewöhnlichen. Sehr oft sind die Prominenten ganz normal. Großes Thema generell sind die Food-Allergien. Letzte Woche hatte ich einen Flexitarier – was ist das denn? Das kannte ich noch gar nicht. Da muss man sich dann natürlich vorher informieren.

Wo liegen Ihre Kochkunst-Grenzen?

Als Gast sehe ich mir alles an. Als Koch darf es für mich aber nicht zu molekular, zu nordisch oder gar kopiert sein. Viele kopieren das „Noma“ – oder Tim Raue, der sich mit dem Asiatischen etwas Einzigartiges geschaffen hat.

Wohin soll Sie der Weg noch führen?

Ich lasse mich überraschen, wo mich das Leben hinbringt.

Sie haben sich hier eine Wohnung gekauft.

Ja, in Friedrichshain. Momentan sind Weg und Ziel Berlin.

Drei Adjektive, die Berlin beschreiben?

Cool, spannend in der Entwicklung, kulturell vielfältig – und dabei trotzdem bescheiden.

Savigny- oder Potsdamer Platz?

Savigny. Dort habe ich zu Beginn gewohnt – das ist Geschichte. Das ist das alte West-Berlin, das inspiriert mich.

Und was machen Sie jetzt?

In die Küche gehen. An die Arbeit.