Punk

Nina Hagen feiert 60. Geburtstag

Sie ist schrille Punk-Lady mit Löwenmähne und Reizwäsche oder einfühlsame Brecht-Interpretin mit Klampfe und Ringelsöckchen.

Sie ist schnoddrige Nervensäge in Talkshows oder engagierte Kämpferin für den Weltfrieden. Nur eines kann man sich bei der Kunstfigur Nina Hagen schwer vorstellen: dass sie älter wird. Am Mittwoch feiert Deutschlands „Godmother of Punk“ 60. Geburtstag.

Fünfzehn Alben hat Nina Hagen bisher herausgebracht. Geboren wurde sie 1955 als Tochter der Schauspielerin Eva-Maria Hagen und des Schriftstellers Hans Hagen in Ost-Berlin. Nach der Trennung der Eltern wird der regimekritische Liedermacher Wolf Biermann als neuer Lebensgefährte der Mutter ihr Ziehvater. Mit Schlagern wie „Du hast den Farbfilm vergessen“ als Kultfigur der DDR-Jugend gefeiert, folgt sie 1976 mit ihrer Mutter dem ausgewiesenen Biermann in die Bundesrepublik.

Neben der Musik sorgt auch immer wieder ihr Privatleben für Schlagzeilen: wechselnde jüngere Männer, Taufe mit 54, esoterische Berichte von Ufo- und Gottes-Visionen. Sie selbst wehrt sich gegen alle Schubladen. „Ich bin die Tochter von meiner Mama und von meinem Papa“, sagt sie schlicht. Hat sie Angst vor dem Älterwerden? „Kann ich gar nicht haben, weil ich ja schon alt bin“, sagt sie. „Alt ist auch schön. Weil man die Gewissheit haben kann, dass man auf dem Weg nach Hause ist.“