Interview

„Es gibt zu wenig Filme mit starken Frauen“

Countdown zur Goldenen Kamera 2015 am Freitag. Letztes Jahr wurde Emilia Schüle ausgezeichnet

Emilia Schüle ist erst 22 Jahre alt und hat schon jede Menge Ruhm geerntet. Im vergangenen Jahr bekam sie die Goldene Kamera und den Deutschen Schauspielerpreis, jeweils als „Beste Nachwuchsschauspielerin“. Sie hat bereits einige Kinofilme gedreht, darunter „Vaterfreuden“ und „Mann tut was Mann kann“. Viel Aufmerksamkeit bekam ihre Darstellung einer jungen Weißrussin im Tatort „Wegwerfmädchen“ mit Maria Furtwängler. Die Schauspielerin, deren Eltern russischer Abstammung sind, kam als Kleinkind nach Deutschland und lebt in Berlin. Ein Gespräch über Lieblingsfilme und zu wenig starke Frauenrollen im Film.

Berliner Morgenpost:

Sie haben vergangenes Jahr den Nachwuchspreis der Goldenen Kamera erhalten und sind zur besten Nachwuchsschauspielerin beim Deutschen Schauspielerpreis gekürt worden. Was bedeuten Ihnen solche Ehrungen?

Emilia Schüle:

Sie sind etwas, was man sich natürlich sehr wünscht, auch wenn man sich dessen im Alltag vielleicht gar nicht so bewusst ist. Und wenn dieser Wunsch dann in Erfüllung geht, ist es so überwältigend. Die Preise bedeuten mir auf jeden Fall sehr viel. Die Freude ist riesengroß und die Ehre schwer zu realisieren. Und ich habe in so einem Fall Angst, auf der Bühne zu stehen und Danke zu sagen. Die Aufregung ist enorm.

Hat sich seitdem für Sie etwas verändert?

Nur zum Teil. Ich habe ja schon tolle Filme gedreht, darunter vier Kinofilme. Ich sammele viele wertvolle Erfahrungen.

Jetzt kommt ein weiterer Kinofilm heraus: „Tod den Hippies!! Es lebe der Punk!“ Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Ich spiele eine Amerikanerin im West-Berlin der frühen 80er. Ich bekam ein Dialog-Coaching, denn ich wollte und sollte so wirken wie eine Amerikanerin, mit diesem extrovertierten Gestus. Außerdem habe ich über das Musik- und Nachtleben damals recherchiert. Das war super interessant.

Haben Sie einen Lieblingsfilm?

Ich liebe alte amerikanische Filme. Aber mein Favorit ist „La vie en rose“. Er ist toll gemacht, die Geschichte Edith Piafs schön erzählt und mit Marion Cotillard in der Hauptrolle verfilmt. Außerdem gefällt mir „Girl, Interrupted“ mit Winona Ryder und Angelina Jolie.

Zufällig Filme mit Frauen in den Hauptrollen?

Ich finde, es gibt zu wenig Filme mit starken Frauenrollen. Dabei gibt es so viele, die sie spielen könnten. Zu meinen Lieblingsschauspielerinnen gehören Marion Cotillard, Natalie Portman, Angelina Jolie und Karoline Herfurth.

Mit wem würden Sie gerne einmal arbeiten?

Mit Alejandro González Iñárritu, der die Regie bei „Birdman“ geführt und nun dafür einen Oscar bekommen hat.