Nachgefragt bei

Oliver Mommsen

Jeden Mittwoch ruft Alexandra Kilian einen Menschen in Berlin an. Heute: „Tatort“-Schauspieler Oliver Mommsen.

Wo sind Sie gerade?

Ich laufe durch Neukölln und habe eine Gitarre auf dem Rücken. Ich hatte Unterricht – will in meinem hohen Alter noch mal anfangen zu spielen.

Krawatte oder Jeans?

Ich stecke in einer dieser berühmten Daunendecken, die wir uns ja gerade alle um den Körper stülpen. Und in Jeans. Das ist eher meine Alltagskleidung als Krawatte.

Ihr letzter Traum?

Es ist furchtbar peinlich, ich hatte diesen Schauspielertraum: Ich stehe auf der Bühne und habe keine Ahnung, was ich da soll. Und es ist echt schön, wenn man dann aufwachen kann und schreien darf: „Ey, es war ein Traum!“

Savigny- oder Potsdamer Platz?

Savigny! Schönes altes Charlottenburg. Das ist, bleibt und wird immer sein. Es hat eine ganz große unaufgeregte, modefreie Tradition – und das ist schön.

Babelsberg oder Hollywood?

Natürlich Hollywood! Das ist immer ein Traum, wer will nicht mal mit den ganz, ganz Großen? Drei Adjektive, die Berlin beschreiben? Frei, überraschend, einzigartig. Was würden Sie nie spielen? Gibt’s nicht. Ich spiele alles.

Worüber haben Sie zuletzt gelacht?

Vielleicht nicht gelacht: Wir wollten mit der Familie zum Potsdamer Platz, und am Mehringdamm stand ein komplettes Streichorchester, acht Jugendliche, fast noch Kinder. Die haben gigantisch schöne Musik gemacht. Da habe ich berauscht gestaunt.

Und geweint?

Im Kino. „Can a Song Change Your Life?“ Ich habe geheult, weil es so schön war, dass sie sich nicht bekommen haben. Es zeigt, dass man nicht immer alles haben muss.

Was machen Sie jetzt gleich?

Ich gehe in die „Pagode“ in Kreuzberg essen. Ich habe Hunger. Es ist ein Wunder, dass meine zwei Kinder tatsächlich Menschen geworden sind. Eigentlich hätten sie Suppe Nummer zehn und Suppe Nummer elf werden müssen – weil meine Frau sich bei der Schwangerschaft komplett von diesen Suppen ernährt hat.