First Lady

Daniela Schadt liest an einer Schule in Wedding vor

Im Mehrzweckraum der Wedding-Grundschule ist es am Dienstag mucksmäuschenstill.

Daniela Schadt, Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Joachim Gauck, liest vor. Mehr als 40 Schüler lauschen der Geschichte von Tom, der im Keller seines Wohnhauses ein Gespenst entdeckt hat. Die Schriftstellerin Cornelia Funke hat diese Geschichte in „Gespensterjäger auf eisiger Spur“ aufgeschrieben. „Lesen ist toll. Man kann es überall tun, in der Badewanne, auf dem Sofa oder in der Straßenbahn“, sagt Daniela Schadt. Vorlesen sei ein guter Weg, Kinder für Bücher zu begeistern. Schulleiterin Angelika Suhr bescheinigt Deutschlands First Lady „Vorlesetalent“. „Wir würden uns freuen, wenn sie öfter zu uns kommen“, sagt sie. „Sie könnten Ehrenlesepatin werden.“

Anlass der Lesestunde: Das Projekt Lesepaten feiert sein zehnjähriges Bestehen. Die Wedding-Grundschule gehört zu den ersten Berliner Schulen, die daran teilgenommen haben. Zurzeit sind 26 Vorleser an der Einrichtung aktiv. Berlinweit sind inzwischen 2000 Lesepaten im Einsatz. Diese ehrenamtlichen Vorleser arbeiten an 200 Schulen und 90 Kitas. Sybille Volkholz, die das Projekt zusammen mit dem Verband Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) ins Leben gerufen hat, sagt, dass rund 200 Paten sogar von Anfang an dabei sind. Die Vorleser werden ausschließlich an Schulen eingesetzt, an denen mindestens 40 Prozent der Kinder aus sozial schwachen Familien kommen oder nicht deutscher Herkunft sind. Sie sind nicht nur Vorleser, sondern auch Schulaufgabenbetreuer, Berater, Ausflugbegleiter und oft genug Seelentröster. Resat aus der Klasse 6a kann das bestätigen. Seine Lesepatin Helga habe ihm gesagt, dass sie an ihn glaube und dass aus ihm etwas werde, berichtet der Schüler. „Das war sehr wichtig für mich.“

Daniela Schadt liest 20 Minuten. Sie macht das gut. Die Kinder sind ganz bei der Sache. „Ich hoffe, ihr wollt wissen, wie die Geschichte weitergeht“, sagt sie am Ende der Stunde und ermutigt ihre Zuhörer, sich das Buch auszuleihen.