Auszeichnung

Abseits der Festspiele: Prinz Edward beim Dresden-Preis

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Der Herzog von Kent, Prinz Edward, sieht Versöhnung und Eintracht zwischen Deutschland und Großbritannien auch als Zukunftsaufgabe.

„Die wiederaufgebaute Frauenkirche ist ein bleibendes Symbol für die aus der Asche geborene britisch-deutsche Freundschaft. Wir müssen die Erinnerung wachhalten und gleichzeitig den Weg nach vorn richten, um der jüngeren Generation die eindringliche Botschaft zu vermitteln: Nie wieder!“, sagte der Cousin der britischen Königin am Sonnabend bei einem Festakt in der Semperoper. Dort wurde ihm der Dresden-Preis 2015 verliehen. Der 79-Jährige erhielt ihn für seinen Beitrag zur Versöhnung zwischen Großbritannien und Deutschland.

Prinz Edward hatte auch am Freitag am Gedenken an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg teilgenommen und sich gemeinsam mit Bundespräsident Joachim Gauck und vielen anderen in die kilometerlange Menschenkette für Versöhnung und Toleranz eingereiht. „Dresden wie auch Coventry erlitten entsetzliche, tragische Verluste. Die Bombenangriffe auf britische und deutsche Städte verursachten Zerstörung in ungeheurem Ausmaß. Der Krieg fügte unseren Nationen tiefe Wunden zu“, sagte der Herzog in seiner Dankesrede. Die Zerstörung der schönen Stadt Dresden sei eine entsetzliche Folge des Bemühens gewesen, Deutschland von der Nazi-Diktatur zu befreien.

Der Herzog von Kent ist seit 1994 Schirmherr des britischen Dresden-Trust, der sich unter anderem um den Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Frauenkirche verdient machte. Der Dresden-Preis wird von der Klaus Tschira Stiftung (Heidelberg) und den Friends of Dresden Deutschland verliehen und ist in diesem Jahr mit 10.000 Euro dotiert.

Der Preis wurde zum sechsten Mal verliehen. Bisherige Preisträger sind der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow, der Dirigent Daniel Barenboim, der amerikanische Kriegsfotograf James Nachtwey und der ehemalige Sowjet-Offizier Stanislaw Petrow, der 1983 im Raketen-Frühwarnzentrum bei Moskau einen kühlen Kopf bewahrte und einen vermeintlichen Angriff der USA mit Atomraketen als Fehlalarm erkannte. 2014 hatte der sudanesische Musiker und ehemalige Kindersoldat Emmanuel Jal den Preis bekommen.

( BM )