Italien

Tausend und eine Filmnacht

Im „Hotel Maritim“ an der Stauffenbergstraße wird zum 21. Mal der „Premio Bacco“ während der Berlinale vergeben

Den italienischen Anzug hätte er so gern angezogen. Zumindest einen von seinen vielen, die er im Besitz habe, wie Henry Hübchen sagte. Doch für die italienische Filmnacht hat es ein Outfit deutscher Herkunft sein müssen. „Ich habe vergessen, dass Winter ist“, so Hübchen, „da passte mir nur noch dieser.“ Zur „Notte Delle Stelle“, der „Nacht der Sterne“ war Hübchen neben weiteren Gästen wie Milan Peschel mit Frau Magdalena und Mutter Brigitte, Ex-Innensenator Jörg Schönbohm mit Frau Eveline und dem neuen Italienischen Botschafter, Pietro Benassi mit Frau Monica, am Freitagabend ins „Hotel Maritim“ geladen worden. Seit 22 Jahren bittet „Bacco“-Inhaber Massimo Mannozzi zum italienischen Part der Berlinale. Wein und ein paar gute Bekannte waren es, die für den Anlass sorgten. 1993 hatte Mannozzi mit Reportern in seinem Ristorante an der Marburger Straße zusammengesessen und mit seinen Gästen über die Würdigung Italiens zu Berlinale-Zeiten gesprochen. Vorhanden seien doch Filmbeiträge aus Italien, ja, und gute seien dabei. Und auch die italienischen Filmstars, eine Sophia Loren, eine Claudia Cardinale, man könne doch stolz auf seine Herkunft sein. Und wenn die Internationalen Filmfestspiele in der deutschen Hauptstadt dies nicht gesondert zu würdigen gedächten, dann sorge man eben selbst für einen Preis. In diesem Jahr ging der „Premio Bacco“ an Henry Hübchen und Alba Rohrwacher. „Sie ist die beste italienische Schauspielerin, mit Filmbeitrag hier auf der Berlinale“, so Mannozzi, “und Hübchen ist der beste Commissario, der Brunetti.“ Dass Rohrwacher von einem Deutschen abstammt und lediglich in Florenz geboren ist - und Hübchen Commissario Laurenti darstellt, war angesichts der glücklichen Gäste unter Büffelmozarella-, Pasta- und Weinüberfluss letztlich egal. „Ich weiß auch gar nicht so genau, was der Grund für den Preis ist“, gab Henry Hübchen zu, „aber scheinbar kann ich Italiener ganz passabel darstellen.“ Selbst im deutschen Anzug.