Festival

Berlinale-Stimmung gibt’s auch in Lankwitz: Kiezkino im Thalia

Die Berlinale hat seit 2010, als sie zum ersten Mal in den Kiezkinos Station machte, einen „Fliegenden Roten Teppich“.

Der ist ziemlich putzig, wie er da mit seinen vielleicht fünf Metern Länge vor dem Thalia-Kino in Lankwitz liegt, sorgsam umrahmt von ein paar Absperrpfosten mit rotsamtener Kordel. Hier werden heute Abend schon deshalb keine Sanitäter auf kreischende Teenager achten müssen, weil keine Prominenten auftauchen werden. Aber Überraschungen sind nicht ausgeschlossen, denn direkt gegenüber liegt das Bürgerbüro der SPD Steglitz-Zehlendorf.

Das Thalia ist ein klassisches Nachbarschaftskino, direkt in ein Wohnquartier hineingebaut, und direkt daneben steht die Lankwitzer Kirche. Vom Foyer aus kann man den Kiezbewohnern beim Abendbrot zuschauen.

Hier unten im Süden mag man es beschaulich, und man mag gute Filme. Der Berlinale-Special-Film „Love & Mercy“ ist ein guter Film. Er handelt von Brian Wilson, dem Gründer und genialen Kopf der Beach Boys, der zeitweilig an psychischen Problemen litt. Es ist kein klassisches Biopic, dessen Dramaturgie sich aus den Lebensdaten ergibt. Mit John Cusack als altem und Paul Dano als jungem Wilson konzentriert er sich auf zwei Phasen, in denen es um Wilsons beste Platte und die Liebe seines Lebens geht. Als am Ende der Regisseur auf die Bühne kommt, klatscht das Publikum entschieden Beifall. Es ist heute etwas internationaler als sonst.