Generation Kplus

Süßes naschen und dann die Welt retten

Antboy: Den røde furies hævn

Alle müssen Comichelden sein. Alle wollen Superkräfte. Darüber macht sich ja auch der Oscar-Favorit „Birdman“ lustig: Robert Downey Jr.? Christian Bale? Drehen alle Comicfilme. Das schrie dringend nach einer Parodie. Die kam dann aber von einer Seite, von der man sie nicht erwartet hätte. Aus Dänemark. Aus dem Kinderfilmbereich. Und „Antboy“ war so erfolgreich, dass nur ein Jahr später nun die Fortsetzung folgt.

Wie Spiderman von einer Spinne, wurde Antboy von einer Ameise gebissen. Seither hat der Knirps Pelle Superkräfte. Er muss nur mal an was Süßem knabbern. Schon das ein recht subversiver Moment für einen Kinderfilm. Eltern, lasst die Kinder naschen! Zahnärzten gefällt das. Kindern aber auch. Auch sonst aber ist der Film höchst vergnüglich. Immerzu lesen da Kinder Comics. Und gehen ins Kino für Comicfilme. Aber keiner kommt auf die Idee, dass der unscheinbare Pelle (Oscar Dietz) in Wahrheit der Emsen-Knabe ist, der für das Gute kämpft und es dabei mit bösen Erwachsenen aufnimmt.

Aber Fortsetzungen brauchen einen neuen Dreh, und so passiert Antboy diesmal etwas, wovor auch Super-, Bat- und Spiderman trotz Superpower nicht gefeit sind. Er verliebt sich und hat Schmetterlinge im Bauch. Dumm nur, dass Ida sich in einen anderen verguckt. Und ein anderes Mädchen sich in Antboy verknallt. Und so eifersüchtig wird, dass sie den Zaubermantel ihres wissenschaftelnden Papas zweckentfremdet, um allerlei Böses anzurichten. Als Papa überrascht übrigens der deutsche Boris Aljinovic in seiner ersten Kinorolle nach seinem „Tatort“-Aus.

Das ist hinreißendes Kino. Nicht nur für die Kleinen, sondern auch für die Großen, die naturgemäß wieder an ganz anderen Stellen lachen. Und einmal mehr zeigt sich: Wer nach allerlei erdschweren Problemfilmen Erholung braucht, der ist bei der Kinder- und Jugendfilmsektion prima aufgehoben.

Termine Zoo Palast 1, 11.2., 9.30 Uhr; FaF, 13.2., 15.30 Uhr.