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Auf der Flucht mit einem kleinen Jungen

The Night and the Kid Schüsse fallen, Ziegen laufen aufgeregt herum, Hunde bellen. Es ist Nacht im algerischen Atlasgebirge, und die Gefahr lauert überall. „Erst wenn die Angst verschwindet, kann die Sonne aufgehen“, wispert Lamine. Er ist auf der Flucht, und mit sich schleppt er ein Gewehr und – teils auf seinem Rücken – Aness, einen kleinen Jungen. Der kennt sich aus in dieser gottverlassenen Steppe und zählt die Sterne. Zwei Getriebene, zum Schattenriss unter teils leuchtendem Himmel reduziert, verfolgt von fackelschwenkenden Kapuzenmännern.

Oder sind diese nur ein Traum, versinnbildlichte Angst eines Gehetzten, der sich seiner unbeschwerten Jugend als Nomade erinnert, bevor die Terroristen nach Djelfa kamen in den Neunzigern und die Menschen aus den Dörfern trieben und Steinruinen hinterließen? Es lässt sich viel hineininterpretieren in David Yons ausdrucksstarkes Filmgedicht „The Night and the Kid“. Assoziativ verknüpft der französische Regisseur in seinem Langfilmdebüt Motive aus Roadmovie, Thriller und dokumentarischen Ansätzen zu einem filmischem Essay über eine verlorene Jugend in den algerischen Bergen, dessen Bildersog man sich schwer entziehen kann.

Termine CineStar 8, 11.2. 11 Uhr, Arsenal 1, 15.2., 15 Uhr