Stilfrage

Hände weg vom Meerjungfrauen-Look

Cordula Schmitz über modische Gründe und Sünde

Starke Frauen in extremen Situationen – das ist einer der Schwerpunkte, die Berlinale-Chef Dieter Kosslick in diesem Jahr ausgerufen hat. Man könnte vermuten, er meint damit die eisige Kälte, in denen die Damen in ihren Abendkleidern über die verschiedenen Roten Teppiche paradieren müssen.

Definitiv im Abendkleid und auch bitte in aller Ruhe ein bisschen Zeit für die Fans nehmen, sonst gilt man schnell als arrogant. Um sich nicht zu erkälten und trotzdem glamourös auszusehen, wird schon mal zur sich erhitzenden Rheumacreme gegriffen und es werden Taschenwärmer an die unmöglichsten Stellen gepappt.

Oder sind mit starken Frauen in extremen Situationen gar die Stylistinnen der Stars gemeint? Einfach ist der Job, Prominente einzukleiden, nicht. Models haben anzuziehen, was man ihnen über den Körper streift, Schauspielerinnen haben dagegen häufig eine eigene Meinung, was ihren Stil angeht. Es ist vermutlich nicht immer einfach, Christine Neubauer ihr rot-schwarzes Saloon-Kleid auszureden oder die Ehefrau von Heiner Lauterbach, Viktoria Skaf, davon zu überzeugen das Abendkleid im Meerjungfrauen-Look besser zu lassen. Hätte Sie den Rat befolgt, wäre sie sicher nicht so böse über den Teppich des Bayrischen Filmballs gestolpert.

Wenn Nicole Kidman gemeinsam mit Robert Pattinson ihren Film „Queen of the Desert“ präsentieren wird, wird auch eine Deutsche ihre Hand an das Outfit der Australierin gelegt haben. Julia von Boehm aus Heidelberg kleidet von Los Angeles aus die Australierin ein. Sie hat Kidman den mädchenhaften Look etwas ausgetrieben und setzt deutlich mehr auf Power-Dressing.

Bei Cate Blanchett ist es Elizabeth Stewart, die kürzlich zu Hollywoods mächtigster Stylistin gewählt wurde. Denn natürlich geht es hier nicht um Farbberatung. Diese Frauen sitzen bei den Fashion Shows der Topdesigner in der ersten Reihe und suchen die Klamotte raus, die im besten Fall ein Millionenpublikum über die Magazine finden.

Mein persönlicher Favorit ist aber Samantha McMillen, die unter anderem Dakota Fanning oderJohnny Depp einkleidet. Besonders bei Johnny Depp sieht man, wenn sie es nicht getan hat. Über die Instagram-, Twitter und Facebook-Accounts oder Webpräsenz der Stylistinnen kann man sich die Tipps und Looks übrigens sehr günstig gleich selbst in den eigenen Kleiderschrank holen.