Kino

„Wen jucken die anderen Festivals?“

Anke Engelke und Dieter Kosslick eröffnen die 65. Berlinale

Fast hätte man denken können, die deutsche und internationale Filmbranche habe sich am Donnerstagabend im Theater am Potsdamer Platz nicht zum Auftakt der 65. Berlinale, sondern zu einem großen Juliette-Binoche-Fantreffen zusammengefunden. „Ich freue mich ganz besonders auf Juliette Binoche. Ich bin ein ganz großer Fan“, erklärte Schauspieler Hanno Koffler. „Juliette Binoche? Die findet doch jeder toll“, schwärmte Kollegin Christiane Paul.

Tatsächlich sorgte die französische Schauspielerin in ihrer bodenlangen weißen Robe für viel Aufmerksamkeit, als sie bei winterlichen Temperaturen über den roten Teppich am Potsdamer Platz schritt, um mit ihrem Film „Nobody wants the Night“ die diesjährigen Internationalen Filmfestspiele Berlin zu eröffnen. Konkurrenz bekam sie von ihrer Kollegin Audrey Tautou, die zusammen mit Jury-Kollegen wie Daniel Brühl und Darren Aronofsky für die Fotografen posierte.

Moderiert wurde die Gala, wie bereits in den Vorjahren, von Berlinale-Chef Dieter Kosslick und Anke Engelke. „Das hier ist das Beste – wen jucken die anderen Festivals? Hier können sie alle Filme sehen – wenn Nordkorea das erlaubt“, scherzte Engelke. Dieter Kosslick schenkte sich große Reden und vergnügte sich mit einem Zahlenspiel: „Wir machen das jetzt zum 65. Mal“, erklärt er. „Da fällt einem einfach nichts mehr ein.“

Das mit Filmschaffenden wie Iris Berben, Christoph Waltz, James Franco, Florian David Fitz, Hannelore Elsner, Ken Duken, Anna Maria Mühe und Hannah Herzsprung große Star-Aufgebot freute nicht nur die Fans, sondern auch Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller. „Die Berlinale begeistert Menschen, zieht Menschen an“, sagte er. Es bringe das Publikum dazu, sich auch „mit Themen auseinanderzusetzen, zu denen man sonst keinen Zugang hat“.