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Rolf Eden: Deutschlands letzter Playboy wird 85

Natürlich läuft da noch was mit den Frauen.

Rolf Eden muss das deutlich machen. Er hat einen Ruf zu verlieren: Der ehemalige Nachtclub-Besitzer gilt als letzter Playboy Deutschlands. Am 6. Februar wird er 85 Jahre alt. Der Legende nach hat er in den 50er-Jahren die Vokabel „Abschleppen“ von Frauen geprägt. Er hat sieben Kinder mit sieben Frauen, fährt Rolls Royce und trägt noch immer weiße Jacketts. Eden sitzt in seinem Stammcafé in Schmargendorf. Im Viertel sind alte Damen mit Mohair-Mütze und Pelz unterwegs. Eden ist gealtert. Die Stimme ist leiser als früher. Das hält ihn nicht davon ab, einige Eden-Sätze rauszuhauen. „Ich bin sehr gefragt bei den jungen Damen.“ Seine Dauerfreundin Brigitte (ausgesprochen: „Brischid“) habe nichts gegen seine Eskapaden und Bordellbesuche. Die beste Entscheidung seines Lebens sei gewesen, dass er nie geheiratet habe.

Die Playboy-Rolle, die Anekdoten und schlüpfrigen Sprüche sind die eine Seite. Eden ist ein Stück Nachkriegsdeutschland. Er hat mit seinen Clubs viele Jahre das West-Berliner Nachtleben geprägt, er soll mit den Rolling Stones gefeiert und mit Ella Fitzgerald getanzt haben. Wer in den 80er-Jahren auf Klassenfahrt in West-Berlin war, musste ins „Big Eden“ am Kurfürstendamm. Die Clubs hat er schon vor Jahren verkauft. Von seinen Berliner Immobilien mit ungefähr 800 Mietern kann er sehr gut leben, sagt Eden.

2011 zeigte der Dokumentarfilm „The Big Eden“ von Peter Dörfler auch eine wenig bekannte Seite des Lebemanns: Rolf Shimon Eden kommt aus einer jüdischen Familie und spricht Hebräisch, seine Eltern flohen 1933 vor den Nazis aus Berlin nach Palästina. 1948 war er im arabisch-israelischen Krieg Soldat in der Einheit von Izchak Rabin.

Eden will 100 Jahre alt werden. „Immer nur Glück gehabt“ – so hat der Daueroptimist seine Biografie genannt. „So war es, das ganze Leben.“ Träume oder Pläne habe er nicht. Es solle sich nur nichts verändern. „Mein ganzes Leben ist so schön.“