Feier

„Lachen Sie! Seien Sie glücklich!“

Mathias Döpfner und Friede Springer begrüßen 250 Gäste zum Neujahrsempfang im Axel-Springer-Haus

Die Sicherheitsvorkehrungen vor dem Axel-Springer-Hochhaus am Montag waren enorm. Mehrere Polizisten, teils mit Maschinenpistole bewaffnet, bewachten das Gebäude, während sich rund 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien zum Neujahrsempfang im 19. Stock trafen.

Unter den Gästen waren die Bundesminister Alexander Dobrindt, Heiko Maas, Manuela Schwesig, Johanna Wanka, Berlins Senatoren Cornelia Yzer und Mario Czaja, Grünen-Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter, die Unternehmer Joachim Hunold und Catherine von Fürstenberg-Dussmann, Filmproduzentin Regina Ziegler, „Welt“-Herausgeber Stefan Aust und der Intendant der Berliner Staatsoper, Jürgen Flimm. Über den Dächern von Berlin gab es zu Currywurst und Sekt nur ein Thema. „Ich bin immer noch schockiert von den Ereignissen in Paris“, gestand der Regierende Bürgermeister Michael Müller. „Jetzt müssen wir für unsere Werte gerade stehen“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Und US-Botschafter John B. Emerson fragte: „Wie können wir unsere Freiheit und vielschichtige Gesellschaft vor Hass und Extremisten bewahren?“

Vorstandschef Mathias Döpfner überraschte seine Gäste mit einer provokativen Antwort: „Lachen Sie! Seien Sie glücklich!“ Er forderte dazu auf, eine Lachsschnitte mehr zu essen und ein Glas Sekt zu viel zu trinken. „Wir sollten uns durch diese Angst nicht beherrschen lassen und unseren Lebensstil verändern, denn genau das wollen die Terroristen.“ An seine Mitarbeiter und Kollegen gerichtet sagte er: „Jetzt beginnt Mut für Journalisten wieder etwas zu kosten.“ Und wünschte sich: „Zum Kampf des Westens muss immer gehören: Gelassenheit, Weltoffenheit und Toleranz.“ Kopfnicken unter den Gästen. Zusätzlich zu seinen Wünschen gab es auch persönliche Vorsätze. „Mehr Radfahren“ will Kulturstaatssekretär Tim Renner. „Trotz aller Termine, mein Privatleben erhalten“, sagte Müller. Und US-Botschafter Emerson? Wünscht sich nur eines: „Mein Deutsch muss besser werden.“