Museumskonzerte

Autobahn im Museum

Prominente Gäste kommen zur Premiere der Konzertreihe von Kraftwerk in die Neue Nationalgalerie

Musiker gab es am Dienstag in der Neuen Nationalgalerie an der Potsdamer Straße jede Menge – und das lag nicht nur daran, dass die Elektro-Pop-Band Kraftwerk dort am Abend den Auftakt ihrer achttägigen Konzertreihe „Der Katalog – 1 2 3 4 5 6 7 8“ feierte. Auch unter den prominenten Gästen, darunter Model Nadja Auermann, Schauspieler Sebastian Koch und Moderatorin Tamara von Nayhauß, fanden sich einige versteckte musikalische Talente.

„Ich hatte mal eine Folk-Punk-Band mit dem Namen ,Fußfolk’“, verriet „Tatort“-Kommissar Devid Striesow, der mit seiner Frau Francine gekommen war. Die Musik von Kraftwerk sei für ihn hingegen weitestgehend Neuland. Ganz anders sein Kollege Heikko Deutschmann, der mit einer Jazz-Band-Vergangenheit aufwarten konnte. „Die Entdeckung von Kraftwerk fiel bei mir in eine Zeit, in der man auf der Suche nach etwas Neuem ist“, so der Schauspieler.

Als fast schon Expertin für die Band, die 1970 im Umfeld der experimentellen Kunstszene Düsseldorfs gegründet wurde, gab sich auch Nadja Auermann zu erkennen. „Ich habe mich schon immer für Musik interessiert“, so die Berlinerin. „Wenn man sich heute die Songs von Daftpunk anhört, sieht man doch, wie viel da geklaut ist. Was für eine große Inspiration Kraftwerk sind.“ Dass Kraftwerk die Popgeschichte geprägt hat, sagte auch Kulturstaatssekretär Tim Renner, der sich vor dem Konzert als früher Fan der Band outete. Seine erste Platte sei von Kraftwerk gewesen.

Begeistert von der Wandlungsfähigkeit der Neuen Nationalgalerie zeigte sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters. „Ich fand die Idee von David Chipperfield, hier nackte Baumstämme aufzustellen, schon sensationell. Aber jetzt in dieser puren Aufgeräumtheit passt der Bau von Mies van der Rohe perfekt zu Kraftwerk“, so die Politikerin. „Dass die Band zuvor Museumskonzerte in New York und London gespielt hat, zeigt auch, dass wir hier in Berlin in einer internationalen Liga spielen.“ Den Anfang ihrer Konzertreihe gaben Kraftwerk am Dienstag mit Werken aus ihrem Album „Autobahn“ von 1974. Die folgenden Abende widmen sich den Alben „Radio-Aktivität“ (1975), „Trans Europa Express“ (1977), „Die Mensch-Maschine“ (1978), „Computerwelt“ (1981), „Techno Pop“ (1986), „The Mix“ (1991) und „Tour de France“ (2003).

Mit den Konzerten verabschiedet sich die Neue Nationalgalerie endgültig von den Berlinern. Der Museumsbau wird dann mehrere Jahre lang saniert.