Aussöhnung

„Wir hoffen, dass sich die Menschen in Kuba etwas aufbauen“

Der aus Kuba stammende Laufsteg-Trainer und Choreograf Jorge González sieht nach der Versöhnung mit den USA große Chancen für seine Heimat.

„Wir hoffen, dass sich die Menschen nun auch in Kuba etwas aufbauen können, dass sie dort etwas schaffen können, ohne das Land verlassen zu müssen“, sagte González am Freitag. „Die Kubaner sind der Welt näher gekommen.“

González wurde als Model, Juror und Laufsteg-Trainer in den TV-Shows „Germany’s next Topmodel“ und „Let’s Dance“ bekannt. Er wurde in Kuba geboren und lebte 17 Jahre in dem sozialistischen Karibikstaat. Etwa zweimal im Jahr besuche er seine Familie dort – so auch diese Woche, als die Annäherung beider Länder bekannt gegeben wurde.

Als der kubanische Staatschef Raúl Castro die „gute Nachricht“ im Fernsehen übermittelt habe, seien die Menschen auf die Straße gelaufen, erzählte González. Er selbst habe etliche Anrufe von Freunden und Journalisten aus der ganzen Welt bekommen, so der 47-Jährige, der inzwischen in Hamburg lebt. „Das war natürlich ein historischer Moment.“

Er selbst habe in Kuba eine glückliche Kindheit erlebt und gute Bildung bekommen. Doch viele Menschen seien zermürbt von der jahrzehntelangen „Blockade“, sagte Jorge González. Nach der Aussöhnung Kubas mit den USA könnten die Menschen nun wieder glücklich in ihrem Land sein. Ob er sich denn auch vorstellen könnte, wieder zurückzugehen? „Nein, meine Heimat ist Kuba, aber mein Zuhause ist Deutschland. Da bin ich glücklich geworden“, so González. Mit einer Einschränkung: „Aber vielleicht, wenn ich alt bin, gehe ich in meine Heimat zurück.“