Mittag mit

Gerit Kling

Jeden Mittwoch trifft Alexandra Kilian einen Menschen der Stadt zum Lunch. Heute: Gerit Kling im Reinhard’s. Es gibt: Salat.

Berliner Morgenpost:

Das Kleine Theater in Steglitz ist ganz schön stolz, dass Sie dort auftreten am nächsten Freitag …

Ja, total. Das Stück lief ja schon in Hamburg sehr erfolgreich. Und diesen Soloabend führe ich nun in Berlin auf. Es geht um eine Schauspielerin, die in die Jahre gekommen ist. Sehr witzig, teilweise sehr politisch.

Sie werden im kommenden Jahr 50. Gibt es da Parallelen, von denen Sie uns erzählen mögen?

Ja, in dem Stück steckt ganz viel Biografisches. Ich kann der Vera mit jedem Gedanken folgen.

Ihre Rolle hat einen besonderen Ansatz, über ihr Leben nachzudenken. Als Vera sagen Sie: „Meinen Sie, nur, weil ich glücklich bin, geht es mir gut?“

Ja. Wir leben doch jetzt in diesem Höher-schneller-weiter-Prinzip, du musst immer so tun, als ob alles schick ist. Obwohl dich dein Freund verlassen hat, oder es dir gar nicht gut geht. Und du musst immer so tun, als ob es dir super geht. Super, super, super.

Ist das ein Gedanke, den Sie nachvollziehen können? Wenn Sie an sich denken: Wie geht es Gerit Kling persönlich?

Mir geht es super. Super, super, super. (Sie lacht.) Ich wohne ja mit meiner Schwester in Wilhelmshorst. Meine Eltern wohnen nebenan, ich habe einen sehr netten Sohn, der jetzt 18 ist und gerade Abitur macht. Und ich bin verheiratet. Ich bin so froh, dass ich meine Familie um mich habe. Und beruflich bin ich gerade auch sehr eingespannt, das ist toll.

Ihre Schwester Anja ebenfalls. Gab es zwischen Ihnen beiden nie Rollenneid oder -zank?

Nein, ich bin nicht neidisch und habe auch gar keinen Grund. Meine Rollen sind interessant und abwechslungsreich und ich erfinde mich immer wieder neu. Das ist eine Fähigkeit, die nicht jeder hat. Außerdem bin ich sehr breit aufgestellt, drehe, spiele Theater, schreibe und synchronisiere. Das macht mich sehr glücklich.