Mittag mit

Pierre Gagnaire

Jeden Mittwoch trifft Alexandra Kilian einen Menschen der Stadt zum Lunch. Heute: Sternekoch Pierre Gagnaire aus Paris in seinem „Les Solistes by Pierre Gagnaire“ im Hotel „Waldorf Astoria Berlin“. Es gibt: Gänsestopfleber-Suppe. .

Sie sind wieder nur für drei Tage hier. Haben Sie da überhaupt Zeit, Berlin und die Stadt kennenzulernen?

Oh ja, dieses Mal schon! Heute morgen war ich in der Helmut-Newton-Ausstellung, dann habe ich mir die Nofretete im Neuen Museum angesehen, einfach unglaublich, wunderschön ist sie.

Wie oft sind Sie hier bei Roel Lintermans, Ihrem Zögling und Küchenchef in Berlin?

Zwei Mal im Jahr. Was meist nicht genug ist. Wenn ich kommen muss, komme ich auch öfter.

Müssen Sie? Roel Lintermans hat seinen Stern erneut bestätigt, ist gerade zum Berliner Meisterkoch gekürt worden.

Als wir eröffnet haben, war es nicht ganz so einfach mit dem ehemaligen Management des Hotels. Friedrich Niemann war ein netter Mann, aber Roel war allein und brauchte Unterstützung. Aber mit dem neuen Direktor, Gregor Andréewitch, läuft es gut, er versteht, was wir brauchen.

Wie sieht es finanziell aus, trägt sich das Restaurant langsam?

Es ist besser geworden. Seit dem Sommer. Besonders die letzten Monate waren gut. Und die Stammgäste nehmen zu. Aber es wird noch Zeit brauchen, bis die Lage so ist, wie wir sie uns wünschen.

Sie betreiben 13 Sternerestaurants weltweit. Was macht Berlin besser als die anderen?

Es ist zu früh, um das sagen zu können. Aber ich fühle, dass dieses Haus Potenzial hat, den Spirit der Stadt aufzugreifen. Mit bescheidenen Produkten etwas Besonderes zu schaffen. Nicht zu prätentiös, aber lecker sein.

Ist das der neue Weg der Sterne?

Ja, es geht nicht mehr allein um das Produkt, es geht um die Kommunikation, um das Eingebundensein in die Stadt, in der das Restaurant steht. Und Berlin verändert sich so schnell.

Kommunizieren Sie mit den Kollegen aus der Stadt, sind diese schon hier gewesen?

Ja, na klar, Tim Raue und Hendrik Otto waren schon da, auch Michael Kempf und Christian Lohse.