Musik

Die Lieder zum Mauerfall

Scorpions, „Wind of Change“: Während des Moscow Music Peace Festivals 1989 hatte Klaus Meine die Idee zu „Wind of Change“. Veröffentlicht wurde der Song erst nach dem Mauerfall, 1990 auf „Crazy World“. Mehr als 14 Millionen verkaufte Exemplare bescherten den Scorpions einen der erfolgreichsten Songs in der deutschen Musikgeschichte und eine Einladung von Gorbatschowin den Kreml.

Marius Müller-Westernhagen, „Freiheit“: Der Song von Westernhagen war bereits 1987 veröffentlicht worden. Doch der Erfolg kam erst mit der Liveversion von 1989, mit der der Sänger Platz eins der deutschen Hitparade erreichte. Im Interview mit der „Rheinpfalz“ sagte Westernhagen im Jahr 2010, beim Schreiben den Fall der Mauer nicht im Sinn gehabt zu haben: „Ich hatte mich damals mit der ewigen Existenz von zwei deutschen Staaten abgefunden.“

Pink Floyd, „Another Brick in the Wall“: Pink-Floyd-Kreativmeister Roger Waters trat 1990 auf dem Potsdamer Platz mit einer prominent besetzten Livefassung der Rockoper „The Wall“ auf. Dort, wo zuvor Todesstreifen und Niemandsland im Zentrum Berlins waren, feierten Hunderttausende zu dem Lied „Another Brick in the Wall“.

David Hasselhoff, „Looking for Freedom“: Knapp zwei Monate nach dem 9. November 1989, an Silvester, tauchte am Brandenburger Tor ein rot-weiß markierter Wagen auf und pumpte einen schwerst toupierten David Hasselhoff in die Luft. Der nach den ersten Tönen von „Looking for Freedom“ zu allem Überfluss auch noch eine mit Hunderten Glühlämpchen besetzte Lederjacke zum Leuchten brachte.

Karat/Peter Maffay, „Über sieben Brücken musst du geh’n“: Mit dem 1978 von der Ost-Gruppe Karat veröffentlichten Song gewann die Band den Grand Prix in Dresden. West-Barde Peter Maffay coverte das Lied zwei Jahre später – und verkaufte zwei Millionen Platten. Gut, dass nach dem Mauerfall beide das Lied erneut aufnahmen und aufführten. Gemeinsam. Das auch live am Tag der Deutschen Einheit 2000 in Berlin.