Party

Bahn frei beim Hauptstadttreff

Der Einladung der ARD ins Hauptstadtstudio folgen rund 500 Gäste

Das böse W-Wort wolle man nicht gebrauchen. „Wir wollen uns doch heute Abend nicht die Stimmung verderben lassen“, begrüßte RBB-Intendantin Dagmar Reim die Gäste. Am Donnerstagabend hatte die ARD zum jährlichen Treff ins Hauptstadtstudio geladen. Etwa 500 Gäste kamen an die Wilhelmstraße in Mitte. Pünktlich jedoch fast keiner. Der von GDL-Chef Claus Weselsky („das böse W-Wort“) ausgerufene Streik der Lokführer der Deutschen Bahn und der S-Bahn Berlin führte zum Taxen-Stau in der gesamten Stadt. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, CDU/CSU-Bundesfraktionschef Volker Kauder, SPD-Kollege Thomas Oppermann sowie der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir – sie alle kamen später als erwartet. Nach der Begrüßung durch die Gastgeber Dagmar Reim, Volker Herres, ARD-Programmdirektor, und Ulrich Deppendorf, Studioleiter und Chefredakteur im ARD-Hauptstadtstudio, entspannte sich die Stimmung. Bis auf Bundestagspräsident Norbert Lammert, der kurz nach 19 Uhr verschwand, unterhielten sich Steinmeier, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, der Berliner SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh sowie WDR-Intendant Tom Buhrow mit Kollegen wie den Moderatoren Anne Will mit Freundin Miriam Meckel, Thomas Roth und Gerhard Delling aus der Politik- und Medienwelt entspannt und vertraulich – wie vom Veranstalter gewünscht – über die Medienbranche und Berlins künftigen Regierenden Bürgermeister. Das Verkehrschaos vor der Tür schien vergessen. „Es waren ja auch fast alle zu spät“, relativierte Ulrich Deppendorf später den Beginn des Abends. Und das böse W-Wort? Es ließ sich tatsächlich bis in die späten Stunden nicht in den Hallen des Hauptstadtstudios hören.