Podiumsdiskussion

Drei Botschafter diskutieren zum Mauerfall-Jubiläum

McDonald, Emerson und Etienne laden ins „Adlon“

Eine Woche vor den offiziellen Feierlichkeiten richten die Anrainer des Pariser Platzes eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen zum Gedenken an den 25. Jahrestag des Mauerfalls aus.

Eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „25 Jahre nach dem Mauerfall: die transatlantische Partnerschaft und die europäische Integration in einer eng verflochtenen Welt“ fand am Sonntag in diesem Rahmen im Hotel „Adlon Kempinski“ statt. Teilnehmer waren der britische Botschafter, Sir Simon McDonald, der französische Botschafter,Philippe Étienne, und der amerikanische Botschafter, John B. Emerson. „Die geopolitische und wirtschaftliche Vormacht des Westens nimmt ab“, so McDonald in seiner Ansprache, „nicht aber die Anziehungskraft unseres Gesellschaftsmodells. Die westliche Welt steht für einen Großteil der Menschheit für Freiheit, Liberalität und Demokratie. Das verbindet uns und darauf sollten wir uns konzentrieren.“

Étienne erwähnte unter anderem, dass das viel zitierte „Ende der Geschichte“ nach dem Politologen Francis Fukuyama, der damals das Ende des Krieges der Ideologien voraussagte und die These aufstellte, dass die Zukunft allein der Demokratie und der Marktwirtschaft gehöre, die „alle Widersprüche überwinden und alle Bedürfnisse befriedigen“ würde, nach 25 Jahren noch nicht erreicht sei. Der Westen müsse sich neu erfinden, denn noch immer gäbe es verletzte Freiheit und Gefährdung des Wohlstandes. Emerson gratulierte allen, die „es damals gewagt haben, ihre Freiheit zu ergreifen“. Bei einer Diskussionsrunde im Anschluss sprachen die Botschafter über ihre Sicht auf das historische Ereignis und seine Auswirkungen auf die heutige Welt. Die Veranstaltung wurde von Melinda Crane (Politische Chefkorrespondentin und Moderatorin bei Deutsche Welle TV) moderiert.