Mittag mit

Burkhard Kieker

Jeden Mittwoch trifft Alexandra Kilian einen Menschen der Stadt zum Lunch. Heute: Visit-Berlin-Chef Burkhard Kieker im „Einstein“ Unter den Linden. Es gibt: Frühstück.

Womit überraschen Sie die Besucher am Wochenende des Mauerfall-Jubiläums?

Wanderungen mit Zeitzeugen längs der Lichtgrenze, Touren in die Kreativszene, in die Kieze. Am Sonnabend veranstalten wir gemeinsam mit den Gästen von „Kulturprojekte“ ein Dinner auf der Museumsinsel. Es wird eine bunte Mischung sehr interessanter Menschen sein. Einige weltbekannte Persönlichkeiten, die sich unserer Stadt verbunden fühlen, haben zugesagt. Am Sonntag geht es dann zum großen Finale ans Brandenburger Tor.

Wie viel Zeit investieren Sie im Moment für das Jubiläum?

Das Wochenende steht schon stark im Fokus. Moritz van Dülmen und ich haben das Motto „Berlin. 25 years later. Welcome.“ entwickelt. Die Menschen sollen sehen, was die Stadt aus ihrer historischen Chance gemacht hat. Mir wird immer klarer, dass Berlin wahrscheinlich auch durch diese schrecklichen Zeiten gehen musste, um heute so sein zu können, wie wir sind. Die Ost-Berliner haben eine unblutige Revolution hinbekommen. Niemand wurde an die Laterne gehängt, auch nicht die, die gestürzt wurden. Berlin ist die Stadt der Freiheit. Das ist unsere Nachricht. Dieses Bild existiert in der Welt von uns. Das zieht wie ein Magnet gute junge, vernünftige Leute an. In Kunst und Technologie. Talent, Technology und Tolerance – diese drei Ts haben wir. Damit ist schon viel gewonnen.

Fehlt noch ein F – Finance.

In Berlin ist ziemlich viel richtig gemacht worden – bei der Ansiedlung, mit Adlershof, den Unis. Finance kommt relativ automatisch. Dass Berlin arm ist, stimmt ja gar nicht mehr. Nicht, was die Schulden angeht. Die sind da. Aber die Wirtschaft, die Zukunftstechnologien drängen nach Berlin. Sie wird den Talenten folgen. Bei der Strahlkraft, die Berlin hat, wollen alle hier sein.

Auch die Olympia-Entscheider?

Wenn wir wissen, ob es Hamburg ist oder wir es sind, dann geht es los. Ob 2024 oder 2028 – ich glaube schon, dass wir gute Chancen haben. Ich glaube, die Menschen trauen uns zu, dass die Spiele in Berlin zum Kern der olympischen Idee zurückfinden! Berlin hat ohnehin das Beste noch vor sich. Und das ist Überzeugung, kein Berufsoptimismus.