Mittag mit

Gesine Cukrowski

Jede Woche trifft Alexandra Kilian einen Menschen der Stadt. Heute: Gesine Cukrowski im „Lenzig“ in Schöneberg. Hier lebt sie mit Tochter Lina und Michael Helfrich. Nach dem Tod von Susanne Lothar hat Cukrowski zudem die Vormundschaft für eines der hinterbliebenen Kinder aus der Ehe Lothars mit dem verstorbenen Ulrich Mühe übernommen. Es gibt: Baguette.

Sie kommen gerade vom Wilden Kaiser?

Ja, ich habe für den „Bergdoktor“ gedreht. Dann spiele ich noch in Berlin, mit Hans-Werner Meyer am Renaissance Theater, Moritz Rinkes: „Wir lieben und wissen nichts“. Dieses Jahr habe ich viel zu tun, aber es ist eine schöne Mischung aus Film und Theater, so wie man sich das wünscht.

Und so, wie es sich auch lohnt. Viele Ihrer Kollegen haben Geldsorgen.

Ja, man verdient extrem wenig. Man muss drehen, um sich das Theater leisten zu können.

Wie bekommen Sie das geplant, mit Theater, Film und Familie?

So viel, wie es klingt, ist es ja gar nicht. Wenn ich Theater spiele, bin ich um sieben abends im Theater und um 22.15 Uhr wieder zu Hause. Nur bei den Proben, da haben sie nicht so viel von mir. Das sind sechs Wochen, das ist familiär schon zu verkraften. Aber dann ist es toll, wenn man keine Probenzeit hat und nur spielt.

Um Zeit für Ihre Familie zu haben?

Der Familie geht es blendend. Wir leben hier richtig gut in Schöneberg, gleich um die Ecke. Lina ist jetzt 13. Sie selbst liebt Theater und schaut sich auch gerne die Stücke an, in denen ich spiele.

Was unternehmen Sie mit Ihren Töchtern?

Man muss raus mit ihnen. Zum Beispiel auf das Tempelhofer Feld, hier in der Nähe. Dort lässt sich prima Longboard oder Roller fahren. Letztens war ich für eine Reportage Elektro-Kart fahren am Ostbahnhof, das war super. Das werde ich als nächstes meiner Familie vorschlagen. Und ansonsten genießen wir Schöneberg.

Warum nicht auch mal Prenzlauer Berg?

Das geht doch vielen eingefleischten West-Berlinern so. Ich bin hier geprägt, in diesem Teil der Stadt. Meine Mutter ist zwar an der Kollwitzstraße groß geworden, mein Vater in Lichtenberg. Aber beide Großeltern sind vor dem Mauerbau nach West-Berlin gegangen. Ich fand den Osten nach der Wende zu trist. Prenzlauer Berg hat sich wirklich toll entwickelt – aber es ist für mich immer noch wie eine fremde Stadt.