Mode

Dimitri, der bunte Italiener

Designer Dimitrios Panagiotopoulos wird heute mit dem Berliner Modepreis „Goldene Nase“ ausgezeichnet

Naomi Campbell ist einfach eine Frau, die mich inspiriert. Und es wäre einfach unglaublich, wenn sie einmal für mich laufen würde.“

Für die Show am Dienstagabend, die in der Deutschen Bank Unter den Linden stattfinden soll, muss der Designer allerdings auf Models mit etwas unbekannteren Gesichtern zurückgreifen. Die Auswahl sei nicht so groß wie während der zwei Mal im Jahr stattfindenden Berliner Fashion Week, bei der er seit 2010 die Mode seines Labels „Dimitri“ zeigt. Diesmal ist der Anlass des Besuchs in der Hauptstadt ein anderer: Der 38-Jährige wird mit der „Goldenen Nase“ gekürt. Es handelt sich dabei um einen Preis, der seit 1976 unter der Leitung der Modejournalistin Ruth Haber verliehen wird – an Menschen, die sich um den Mode-Standort Berlin verdient gemacht haben. Zu den bislang Geehrten gehören unter anderem Anna von Griesheim, Paco Rabanne und Vivienne Westwood.

„Ich fühle mich sehr geehrt. Es ist das erste Mal, dass ich einen Preis bekomme“, sagt der Modemacher – Kind einer italienischen Hoteldirektorin und eines griechischen Politikers. „Ich zweifle kontinuierlich an mir selbst. Manchmal kann ich mir vor einer Schau meine Sachen gar nicht mehr ansehen. Sie gefallen mir dann erst zwei Jahre später wieder“, sagt er und lacht.

Wir treffen den Designer einen Tag vor seiner Show in einem Konferenzraum des Hotels „Adina“ in Kreuzberg, in dem er an diesem Tag noch die letzten Models aussuchen will. Zwei lange Kleiderstangen hängen voll mit Abendgarderobe – lange Kleider, Kostüme, Jumpsuits –, für die er die passenden Trägerinnen auswählen muss.

„Ich habe hier eine bunte Mischung aus den letzten Kollektionen, wobei bei mir ,bunt‘ wirklich Programm ist“, sagt Dimitri, der sich mit seinen Farben stark vom Look vieler Berliner Modemarken abhebt, die geprägt sind von gedeckten, schlichten Farben. „Wahrscheinlich denkt die Branche bei Schauen oft: ,Oh, Dimitri, der bunte Italiener, ist wieder dabei‘.“

Kreativ ist der Designer in seinem Atelier in Meran, Südtirol, das sich rund 15 Kilometer von dem Hotel seiner Familie befindet. „Als ich mich 2007 selbstständig gemacht habe, wusste ich, dass ich das in Italien machen wollte. Hier habe ich meine Basis.“ Bereits als Jugendlicher sammelte er Zeitungsausschnitte, auf denen Supermodels der 90er-Jahre wie Cindy Crawford, Naomi Campbell und Linda Evangelista zu sehen waren.

Nach einer Ausbildung an der Modeschule „Esmod“ in München absolvierte er ein Praktikum bei Vivienne Westwood in London, arbeitete bei Jil Sander und zuletzt bei Hugo Boss, bevor er dann sein eigenes Label gründete. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: „Der Markt war gesättigt, ich habe keinen passenden Job gefunden. Da wollte ich dann mein eigenes Ding machen – was glücklicherweise gut funktioniert.“ Wichtig ist dem Designer, dass seine Mode auch Frauen jenseits der Size Zero tragen können. Dennoch ist er stolz, dass Models wie Karolína Kurková oder Lena Gercke seine Kreationen gefallen. „Wenn sie mit meiner Kleidung abgelichtet werden, dann ist das super“, sagt Dimitri. „Aber ehrlich gesagt, freut es mich genau so sehr, wenn ich eine ganz normale Frau auf der Straße sehe, die meine Mode trägt.“