Film

Erste Schritte auf dem roten Teppich

1700 prominente Gäste feiern bei den „First Steps Awards“ in Berlin die erfolgreichsten Nachwuchs-Filmemacher Deutschlands

Im Stage Theater am Potsdamer Platz sind am Montagabend zum 15. Mal die First Steps Awards für Nachwuchsregisseure und -Produzenten verliehen worden. Dass diese ihre Auszeichnungen sieben Flaschen Weißwein verdanken, wussten die wenigsten. Diese brauchte es an einem Abend im Münchner Promi-Restaurant „Rossini“, bis Produzent Nico Hofmann und Regisseur Bernd Eichinger die Idee zu einem Preis hatten, bei dem einmal nicht die prominenten Schauspieler gefeiert werden, sondern die, die sie zu Stars machen. „Schon in dieser Nacht haben wir alle Partner zusammentelefoniert, denn wenn man etwas bewegen will, muss man es gleich in die Tat umsetzen“, erinnerte sich Hofmann. „15 Jahre später bin ich stolz, dass der Award sich so etabliert hat.“

Seit 1999 wird der mit 92.000 Euro dotierte Preis in sieben Kategorien an Abschlussfilme von Studenten deutschsprachiger Filmhochschulen verliehen. Gewinner in diesem Jahr: Maximilian Haslberger („Die Menschenliebe“), Julia Hönemann („Porn Punk Poetry“), Pascal Flörks („Bär“), Sebastian Cordes („Backpack“), Andreas Bruns („Save your Skin“), Stefan Bohun („Musik“), Damian John Harper („Los Ángeles“) und als Ehrenpreisträger Heinz Badewitz, Festival-Leiter der Hofer Filmtage.

Durch den Abend führte in diesem Jahr Schauspieler Edin Hasaonovic. Der stand zum erstmals als Moderator auf der Bühne und war aufgeregt. „Ich versuche mir vorzustellen, dass im Publikum nur meine Freunde sitzen und nicht Klaus Wowereit“, so der 22-Jährige.

Dabei war der Regierende Bürgermeister nur einer der vielen Prominenten unter den 1700 Gästen, die der Einladung des Initiatoren-Teams um Nico Hofmann gefolgt waren. Darunter „Tatort“-Kommissarin Ulrike Folkerts, Schauspielerin Aylin Tezel und ihr Kollege Ulrich Matthes sowie Regisseur Marco Kreuzpaintner. „Die Regisseure sind es, die uns gut aussehen lassen, deshalb gebührt ihnen eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit als uns“, so Kostja Ullmann. Seine ersten Karriereschritte habe er vor allem seinen Eltern zu verdanken. Ähnlich wie bei Ursula Karven, die mit ihrem Sohn, Nachwuchsschauspieler Christopher Veres, gekommen war: „Ich kann als Mutter nicht seine Mentorin sein, aber ich erkläre ihm, warum solche Veranstaltungen wie heute für seine Karriere wichtig sind.“

Beide Seiten vor und hinter der Kamera kennt Simon Verhoeven. „Im Hintergrund zu stehen, ist für mich als Regisseur eher eine Bereicherung. Ich freue mich, wenn ich in dieser Position nicht auf mein Privatleben angesprochen werde. Das ist als Schauspieler anders“, sagte der 42-Jährige, der zum zweiten Mal Mitglied der Jury war.

Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin des Medienboards Berlin-Brandenburg, war gekommen, um zu sehen, welcher Nachwuchs in den Genuss ihrer Förderung kommen könnte. „Die Nachwuchsregisseure haben noch keine visuelle Visitenkarte, nach denen wir entscheiden können“, so Niehuus. „Ein solcher Preis soll die Neulinge motivieren..“