Feier

Helfen, wo etwas schiefläuft in der Gesellschaft

Tausende besuchen das Bürgerfest im Schloss Bellevue

Als das Bundesjugendorchester unter der Leitung von Howard Griffith die Arie „Ach, ich fühl’s“ aus der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart spielte, trat Bundespräsident Joachim Gauck zusammen mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt aus dem Schloss Bellevue und mischte sich unter die Zuschauer. Am zweiten Tag des Bürgerfestes hatten alle Berliner die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Schlosses und in den Park dahinter zu werfen. Auch am Sonnabend stand das ehrenamtliche Engagement im Vordergrund des Festes. „Ich möchte Sie einladen, die große Vielfalt von Beteiligungsformen zu entdecken und vielleicht sogar eine passende für sich selbst zu finden“, sagte Gauck zur Begrüßung. Tags zuvor hatte er bereits 4000 ehrenamtlich Engagierte aus ganz Deutschland im Garten des Schlosses empfangen und ihnen für ihre Arbeit gedankt. „Bürgerschaftliches Engagement ist gerade dort gefragt, wo etwas fehlt, wo etwas schiefläuft und verbessert werden kann“, sagte Gauck.

Um für das Ehrenamt zu werben, hat Gauck „engagierte Idole“ eingeladen, die von ihrer Motivation berichteten. Sänger Peter Maffay, gerade 65 Jahre alt geworden, zitierte den griechischen Philosophen Cicero. „Hör niemals auf anzufangen, fang niemals damit an aufzuhören“ sei sein Leitspruch, den ihm ein Freund zum Geburtstag geschenkt habe. Maffay („Über sieben Brücken musst du gehn“, Tabaluga) unterstützt seit Jahren Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen. „Diese Kinder haben ein Anrecht darauf, dass Erwachsene die Zukunft positiv sehen, weil sie darauf angewiesen sind“, sagte der Sänger. Sein Kollege Andreas Bourani („Auf uns“) ergänzte: „Es gibt immer genug zu tun, ich bekomme mehr, als ich gebe.“ Den künstlerischen Rahmen des Bürgerfestes bildeten unter anderem Sänger Tim Bendzko („Nur noch kurz die Welt retten“), der Poetry-Slammer Lars Ruppel und die Berliner Sängerin Balbina.