Benefiz

In Erinnerung an einen Guten

Zugunsten der Krebsgesellschaft laden Schmidts und Herbert Beltle ins Alte Zollhaus ein

Geräucherten Müller gibt’s. Auf der Auffahrt zum Zollhaus steht Marco Müller und grillt Flanksteak. Mit links wedelt er Rauch, mit Zange in der rechten Hand wendet er Fleisch. Ehrenamtlich kocht Müller heute, sonntags ist das „Rutz“ in Mitte geschlossen. „Aber für einen meiner besten Freunde von einst, den Lars, für den mache ich das selbstverständlich“, sagt er entschieden. Dann wird er nachdenklich. „Das ging damals so schnell bei ihm alles.“

Lars Rutz hatte das heutige Sternerestaurant mit Weinbar 2001 mit Anja und Carsten Schmidt sowie Koch Ralf Zacherl gegründet. Nur drei Jahre später war der Sommelier an Krebs gestorben, Lebensgefährtin Anja Schröder und die Schmidts führten das Geschäft fort, 2004 stieg Müller ein.

„Der Lars war ein Guter“, sagt auch Herbert Beltle. Der Besitzer des Aigner, der Rotisserie Weingrün und des Alten Zollhauses hatte am Sonntag gemeinsam mit Anja und Carsten Schmidt in letzteres geladen. Zugunsten der Berliner Krebsgesellschaft wurden 160 Karten zum Preis von 79 Euro verkauft, von dem je zehn Euro gespendet werden. Bereits im März war die Veranstaltung ausverkauft. Die Köche des Tages, Marco Müller, Franz Raneburger vom Edelweiss, Günter Beyer aus dem Zollhaus, Andreas Klitsch vom Aigner und Alexander Feja in Vertretung für Dennis Löchel aus der Rotisserie, arbeiteten an diesem Tag ohne Gage. „Selbstverständlich. Lars war einer der herzlichsten Menschen dieser Stadt“, so Klitsch. „Und ich bin so erzogen worden, dass man hilft“, so Beyer. „Ich helfe natürlich auch – und bin sehr froh, persönlich noch keinen Bezug zu dem Thema zu haben“, sagt Feja.

Im Gegensatz zu einem weiteren Gast – und guten Freund von Lars Rutz. Auch Ralf Zacherlkam mit Freundin Viola und Nachricht für Berlin zur „Drink Pink“-Party. Ende September wird er mit Fernsehkollege Mario Kotaska eine Weinbar und Kochschule an der Rheinstraße eröffnen. „So, wie ich sie einst mit Lars eröffnet und dort vor Müller gekocht habe“, so Zacherl. „Er hat nie gesagt, wie schlecht es ihm geht. Und plötzlich war er nicht mehr da.“