21. Müggelsee-Schwimmen

„Ein guter Arzt hätte das gelassen“

Moderator und Mediziner Eckart von Hirschhausen durchschwimmt den Müggelsee

Dreieinhalb Kilometer in 1:22 Stunden. Erschöpft, aber lachend steht Eckart von Hirschhausen am Sonntagmittag am Ufer des Strandbades in Rahnsdorf. Soeben haben er und 430 andere Teilnehmer das 21. Müggelsee-Schwimmen beendet. Ein Gespräch nach der Ankunft, in Badeshorts im Wasser.

Berliner Morgenpost:

Es ist windig, es ist kalt – und das Wasser könnte auch klarer sein. Sind Sie verrückt?

Eckart von Hirschhausen:

Nein, jetzt gerade bin ich ein wenig stolz. Wäre ich ein guter Arzt, wäre ich heute aber nicht geschwommen. Es ist tendenziell zwei bis drei Grad zu kalt, außerdem bin ich erkältet. Ich habe auf dem Weg Wadenkrämpfe bekommen, Wellen und Wind haben einen abgetrieben, gefühlt waren das noch mehr Kilometer. Aber nach dem ganzen Aufwand vorab konnte ich einfach nicht absagen.

Wie kommt man denn auf die Idee, als Laienschwimmer 3,5 Kilometer zu planen?

Das Schöne ist ja gerade, dass man kein Profischwimmer sein muss, um bei so etwas mitzumachen! Das kann jeder mit etwas Vorbereitung schaffen. Ich bin kein Held, habe einen inneren Schweinehund wie jeder andere auch. Aber nun warten Millionen darauf, ob ich mein Versprechen halte. Sozialer Druck ist immer sehr gut, um Vorsätze einzuhalten. Aber der wichtigste Beweggrund war für mich: Bewegung macht Freude.

Quoten auch? Was hat das mit der Sendung zu tun, für die Sie das machen?

Bei meiner ARD-Unterhaltungssendung „Hirschhausens Quiz des Menschen“ gehe ich in jeder Folge ein kleines Abenteuer ein und begebe mich in andere Welten. Wie dem aufmerksamen Zuschauer nicht entgangen ist, habe ich in den letzten Jahren leicht zugenommen, wie das Männer in meinem Alter gern einmal tun. So entstand die Idee, mich beim Abnehmen zu filmen. Das fand ich aber blöd, weil ich als Arzt weiß: Ein fitter Rundlicher ist gesünder als ein dünner, der sich nicht bewegt. Deshalb hab’ ich mir vorgenommen, ein Ausdauerziel zu erreichen, das ich noch nie geschafft habe: 3,5 Kilometer am Stück zu schwimmen, und das noch draußen, bei jedem Wetter, durch den größten Berliner See. Und weil Glück selten allein kommt, finde ich es großartig, mit vielen anderen Verrückten gestartet zu sein. Dabei sein ist alles!

Wie lange haben Sie dafür trainiert – und wie viele Kilogramm abgenommen?

Ich bin seit Juni zweimal die Woche eine Stunde geschwommen. Man merkt schnell, wie der Körper reagiert, sich freut, an ein paar Stellen Muskeln aufzubauen, von denen man gar nicht wusste, dass man welche hat. Insgesamt sind sieben Kilogramm runter. Und beim Schwimmen hab ich immer witzige Ideen. Unter Wasser ist es nur blöd mit dem Aufschreiben.

Bis 30. August haben Sie ja noch Zeit. Dann wollen Sie in Berlin vor 20.000 Menschen mit dem „Wunderheiler“-Programm auftreten.

Der Auftritt in der Waldbühne ist ein lang gehegter Traum von mir, das ist ein wirklich magischer Ort für Zuschauer und Künstler. Dieser Abend ist ein einmaliges Geschenk für mich und meine Fans. Ich hoffe, dass ich diesen Augenblick mit vielen anderen genießen werde. Ich bin ja in Berlin auch als Künstler nicht über Nacht berühmt geworden, sondern über 20 Jahre durch alle Stationen: von der „Scheinbar“ in Schöneberg und dem „Zebrano-Theater Friedrichshain“ über die „Bar jeder Vernunft“, den „Wintergarten“, „Wühlmäuse“, „Tempodrom“, Universität der Künste. Und immer wieder hörte ich: Es gibt nie Karten für deine Shows. Jetzt gilt keine Ausrede mehr: Wer kommen will, kann kommen.

Und wo schwimmen Sie künftig?

Ich warte mal ab, was der Winter bringt und laufe dann über den Schlachtensee. Über Wasser zu laufen, ist nicht nur eine Frage des Glaubens, sondern auch der Temperatur.