Golfgeflüster

Mein Freund, der Baum

Petra Götze über Handicaps und Häppchen

Zu den beliebtesten Turnieren der Saison gehören die Qualifikationsrunden für den BMW Golf Cup. Bei der Amateur-Turnierserie, an der weltweit 100.000 Golfer teilnehmen, ging es am Wochenende im Golfclub Wannsee um das Erreichen des Deutschland-Finales in München. „128 Teilnehmer und keine einzige Absage trotz des vorhergesagten Regens“, freute sich Veranstalter Kurt Schnauck von Riller & Schnauck. Gespielt wurde – dem Reglement entsprechend – vorgabewirksam unter schweren Bedingungen: mit weit nach hinten gesetzten Abschlägen, was den Wannseer Platz mit seinen schmalen, von alten Bäumen gesäumten Fairways noch schwieriger macht. Aber deswegen den Driver stecken lassen? „No risk, no fun“, lautete die Devise, vor allem der männlichen Golfer. Dafür nahmen sie in Kauf, dass so mancher Ball im Wald verschwand. „Mein Freund, der Baum“, hieß es hingegen, wenn der Golfball einen Baumstamm traf und glücklich auf die Spielbahn zurücksprang. Die sehr schnellen Grüns ließen dann allerdings so manche Hoffnung auf Par oder Bogey platzen.

Wirklich gute Ergebnisse gab es beim Sonderpreis für den „Longest Drive“: Sabine Frech vom Golfclub Bayreuth schlug ihren Ball 204 Meter weit, Sven Rademacher aus Wannsee erreichte mit seinem Abschlag eine Länge von 264 Metern. Dafür gab es jeweils einen Flug-Gutschein von Turkish Airlines. Zwei Sieger wussten ihren Heimvorteil zu nutzen: Renate Specker und Simon Welte, beide Mitglied in Wannsee mit Handicap 9,0, fahren zum Deutschland-Finale nach München, ebenso wie Uwe Gank (Handicap 20,0) von der Golfrange Berlin und Kystyna Hugiel (Handicap 34) vom Golfclub Westheim. BMW-Kunde zu sein, ist übrigens keine Bedingung für die Turnierteilnahme: Brutto-Sieger Henning Loeck vom Golfclub Gatow gestand in seiner Brutto-Rede, dass er Audi-Fahrer sei. „Macht nichts“, entgegnete Gastgeber Schnauck, „schließlich wollen wir Ihnen ja noch was verkaufen!“ Das Dinner auf der überdachten Terrasse mit Scampi vom Grill und hauchzart geschnittenem Parmaschinken diente vor allem der Kontaktpflege – und der Pflege des Konjunktivs: „Hätte ich doch bloß noch ein paar Putts gelocht...“