Golfgeflüster

Spiel mit Suchtfaktor

Petra Götze über Handicaps und Häppchen

Wen der Sport mit dem kleinen weißen Ball erst einmal packt, den lässt er kaum mehr los. Die meisten Hobby-Golfer sind unermüdlich dabei, mit allen Mitteln – Ratgebern, neuen Schlägern, Unterricht beim Pro – ihr Spiel zu verbessern. Zu den „Golf-Verrückten“, die ernsthaft beschlossen haben, das Spiel zu analysieren und auch anderen begreiflich zu machen, gehört Detlef Stronk. Der Chef der Senatskanzlei unter Eberhard Diepgen und spätere Vorsitzende der Zukunftsagentur Brandenburg hat drei Jahre lang die Trainingsmethoden berühmter Golfpros studiert, um sie Otto-Normal-Golfern verständlich zu machen. Herausgekommen ist dabei in Zusammenarbeit mit Co-Autor Sven Dohrowdas Buch „Großes Golf – Der Moderne Schwung“, das Wege zum besseren Handicap verspricht. „Die meisten Freizeit-Golfer haben ein Handicap zwischen 20 und 30, für die ist das Buch gedacht – von Golfer zu Golfer“, sagt Detlef Stronk, der selbst seit mehr als 20 Jahren spielt.

Ungewöhnlich, aber tatsächlich hilfreich sind seine anschaulichen Beispiele für die komplexen Bewegungsabläufe beim Golfschwung: „Denken Sie daran, wie Sie Steine übers Wasser flitschen lassen oder werfen Sie auf der Driving Range mal ihre Schläger weg“, rät der Autor.

Sein Rezept: natürliche Bewegungsmuster einüben, die dann beim Schlag unbewusst abrufbar sind. Illustriert ist das Buch mit Fotos der Proette Miriam Nagl – „die sah dabei einfach viel besser aus als ich“, meint der 69-Jährige, der mit Handicap 10 in der Seniorenmannschaft des Golfclubs Semlin am See spielt und seine Erkenntnisse auch nicht in jeder Runde umsetzen kann. Nicht umsonst lautet der kürzeste Golf-Witz: „Ich kann’s...“

Zu denjenigen, die es tatsächlich können, gehören 100 Amateur-Golfer aus ganz Deutschland, die vergangene Woche bei den Berlin Open im Golfclub Wannsee an den Start gingen. Ein Handicap von 1,9 war Voraussetzung für die Teilnahme an der viertägigen Meisterschaft. Möbel-Hübner-Chef Albert Türklitz (Handicap 0,5) landete immerhin auf dem 31. Platz. Die beiden Wannseer Luka Kienbaum und Philip Konnikov lagen jeweils nur einen Schlag hinter den SiegernSamantha Krugaus Düsseldorf undLennart Buchholzaus Hamburg-Ahrensburg.