Jubiläum

Es geht um Sex: Erika Berger wird 75 Jahre alt

Neulich auf einem Markt in Köln: Erika Berger hat ihren Einkaufszettel zu Hause liegen lassen und versucht sich zu erinnern, was alles drauf stand. Da sagt plötzlich eine Frau neben ihr: „Frau Berger, darf ich Sie mal was fragen?“ Wie sich herausstellt, ist die Frau längere Zeit Single gewesen, jetzt bahnt sich eine Beziehung an – was soll sie da beachten? Erika Berger empfiehlt: „Sie müssen keine Hemmungen haben, Sie schauen tadellos aus. Aber tun Sie was für sich, gönnen Sie sich zum Beispiel ein neues Kleid!“

Dass sie bis ans Ende ihrer Tage auf Sexthemen angesprochen werden würde, hatte ihr Oswalt Kolle – der „Aufklärer der Nation“ – noch vor ihrer ersten Sendung 1987 prophezeit. Am 13. August wird Erika Berger 75, und spätestens jetzt weiß sie, dass er recht hatte. Dabei ist es mittlerweile fast ein Vierteljahrhundert her, seit sie in der RTL-Live-Sendung „Eine Chance für die Liebe“ am roten Telefon Zuschauerfragen beantwortete. „Es war Aufklärungsarbeit, weil die Leute wirklich nicht wussten, was Sache war“, erzählt sie. Das Internet gab es noch nicht, nur die „Bravo“, die Stadtbücherei und die beste Freundin.

Nach wie vor erkennen die Leute sie auf Anhieb. Die Stimme mit der bayerischen Färbung hat man einfach abgespeichert: „Hallo, hier ist Erika Berger, wer spricht?“ Ihr zweites Markenzeichen waren die übereinandergeschlagenen Beine. Auf ihre tadellose Figur ist sie stolz – „ich bin durchaus eitel“. Dafür macht sie Ausdauer- und Krafttraining und geht ins Hallenbad. Erika Berger fühlt sich wohl in ihrer Haut, das spürt man. Sieben Jahre nach dem plötzlichen Herztod ihres Mannes Richard Mahkorn keine Selbstverständlichkeit. Die Arbeit, so sagt sie, habe ihr geholfen, den Schicksalsschlag zu verkraften. Sich Gedanken über den Tod zu machen, ist nicht ihre Art: „Man muss weiterhin auf das Leben neugierig sein, denn es hält noch so einiges bereit!“

Und der Sex? Sie lacht: „Oswalt Kolle hat mir mal einen sehr guten Satz gesagt: ‚Erika, du musst wissen, wer in der Jugend viel geübt hat, der kann’s auch noch im Alter!‘“