Mittag mit

Jörg Woltmann

Jeden Mittwoch trifft Alexandra Kilian einen Menschen der Stadt zum Lunch. Heute: Jörg Woltmann, Bankier und Inhaber der Königlichen Porzellan-Manufaktur, im Hotel „i-31“. Es gibt: Salat mit Hähnchenbrust.

Ich bewundere ja Ihre Party-Ausdauer.

Ich bin kein Partyhopper – und nicht so viel unterwegs, wie es aussieht. Das wird mir nur oft nachgesagt, weil Bilder von uns oft verwendet werden. Ich wundere mich auch, warum wir fast immer abgebildet werden. Aber scheinbar bewertet die Presse das Ehepaar Woltmann als zeigenswert, weil wir ganz normal geblieben sind. Ich habe im Schnitt vier Einladungen pro Tag – drei bis vier in der Woche nehme ich an. Das ist doch überschaubar.

Das Paar Woltmann geht vor allem sehr liebevoll miteinander um.

Eine gute Partnerschaft ist wichtig im Leben, ja. Wir sind jetzt 30 Jahre zusammen, das ist eine Zeit. Und wenn man unternehmerisch tätig ist, bleiben Sorgen nicht aus. Da ist es sehr wichtig, wenn man zu Hause in ein Gesicht guckt, in dem die Mundwinkel nach oben zeigen, nicht nach unten. Ich bin sehr zufrieden, unternehmerisch und privat.

Ihr Rezept dafür?

Man muss offen und ehrlich miteinander sein. Und Treue gehört dazu, dass man sich aufeinander verlassen kann. Man sollte den Partner teilhaben lassen am anderen Leben. Und grundsätzlich sollte die Chemie zwischen zwei Menschen stimmen.

Wie haben Sie sich kennengelernt?

Meine Frau hat bei mir in der Bank gearbeitet. Und bei einer Weihnachtsfeier hat es dann „gefunkelt“, wie man so sagt.

Das klingt ja fast beckenbauerisch.

Naja, sie war ja schon vorher in der Bank tätig, ohne dass da etwas gewesen ist. Ich habe immer meine besten, jungen Mitarbeiter, männlich wie weiblich, bei diesen Feiern neben mir platziert. Und ich dachte mir gar nichts dabei. Als sie ihren Nachtisch nicht aß, fragte ich, ob ich den haben könnte. Da dachte sie, ach, was er wohl will? Dabei wollte ich wirklich nur ihren Nachtisch. Und kurz darauf leitete sie mein kleines Familienunternehmen.

Wie lange werden Sie Ihre zwei noch leiten?

Ich traue mir unternehmerisch durchaus noch zehn bis zwölf Jahre zu. Aber mit 75 bis 80 Jahren sollte man dann auch aufhören.